Dermatitis – wenn sich die Haut entzündet

Zahnfleischentzündung, Halsentzündung, Lungenentzündung – unzählige Bereiche des Körpers können von Entzündungen betroffen sein. Leider bleibt auch die Haut nicht verschont: Bei einer Dermatitis reagieren begrenzte Bereiche oder in seltenen Fällen auch die Haut am gesamten Körper mit entzündlichen Vorgängen. Die Betroffenen leiden darunter oftmals immens. Doch was ist eine Dermatitis genau? Wie äußert sie sich? Und worauf ist bei der Behandlung zu achten?

Frau hat Schmerzen wegen einer Hautentzündung am Nacken

Was ist Dermatitis? Formen und Symptome der Hautentzündung

Dermatitis ist nicht gleich Dermatitis – denn viele Krankheitsbilder äußern sich durch ähnliche Beschwerden. Vielmehr handelt es sich bei der Bezeichnung „Dermatitis“ um einen Sammelbegriff für alle Probleme der Haut, die mit Ekzemen einhergehen, also entzündlichen Hautveränderungen. Diese Beschwerden können sowohl kurzfristig auftreten, als auch im Rahmen von Erkrankungen.

Möglich sind bei Dermatitis unter anderem folgende Ausprägungen:

Zwar kann die jeweilige Ursache bei Entzündungen der Haut stark abweichen, doch gibt es dennoch Symptome, die bei allen Formen der Dermatitis ähnlich oder gleich verlaufen. Sie stehen vor allem im Zusammenhang zu den charakteristischen Ekzemen:

So oder so empfinden die meisten Betroffenen ihre Beschwerden als äußerst belastend. Die entzündeten Hautstellen lassen sich in vielen Fällen kaum vor dem Umfeld verbergen und können negative Reaktionen der Mitmenschen hervorrufen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei auch die Angst vor möglicher Ablehnung: Die Gedanken der Erkrankten drehen sich so sehr um die Symptome, dass das Gefühl entsteht, Kollegen und Bekannte könnten gar nicht umhin, sie zu bemerken.

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Ursachen und Diagnose einer Hautentzündung

Aufgrund der unzähligen Ausprägungen von Dermatitis ist es kaum möglich, pauschal eine Ursache zu nennen, die deren Entwicklung begünstigt. Vielmehr handelt es sich in den meisten Fällen um ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren oder Auslöser. Daneben spielt nicht selten auch die genetische Komponente eine Rolle: Häufen sich Allergien oder Hauterkrankungen in der Familie? Wie hoch ist die Entzündungsneigung der Haut? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Immunsystem mit überzogener Abwehr auf bestimmte Fremdstoffe reagiert? Abhängig von individuellen Komponenten des Erbguts kann sich eine Dermatitis wie die Neurodermitis leichter entwickeln.

Gut zu wissen: Atopischer Formenkreis
Die Erkrankungen Neurodermitis, Asthma und Allergien hängen genetisch eng zusammen: An einer von ihnen zu leiden, erhöht das Risiko deutlich, auch eine oder beide anderen Krankheiten zu entwickeln.

Zur Diagnose und exakten Zuordnung einer Dermatitis sind beim Arzt scharfe Augen gefragt: Abgesehen von einer detaillierten Befragung seines Patienten bleibt ihm nur, die betroffenen Hautbereiche genau in Augenschein zu nehmen. Aus seinen Beobachtungen und den Beschreibungen des Patienten kann er dann Rückschlüsse auf die Erkrankung ziehen.

Erhärtet sich der Verdacht auf eine allergisch bedingte Dermatitis, empfiehlt sich zusätzlich ein Allergietest. Am häufigsten kommt der sogenannte Pricktest zum Einsatz: Dabei werden mögliche Allergene (Allergieauslöser) auf die Haut getropft; mit einer feinen Nadel sticht der Arzt anschließend in die Haut – so kommen die Stoffe direkt mit dem Immunsystem in Berührung. Liegt eine Allergie vor, wird es nicht lange dauern, bis sich die ersten Anzeichen – Rötung, Juckreiz und Schwellung – bemerkbar machen.

Dermatitis: Die Behandlung

Die Behandlung der Dermatitis richtet sich in erster Linie nach der zugrundeliegenden Ursache. In der Regel stehen spezielle Präparate mit genau auf die Bedürfnisse angepassten Wirkstoffen zur Verfügung, damit die lästigen Hautentzündungen bald der Vergangenheit angehören. So verschreibt der Arzt bei einer Neurodermitis zum Beispiel Cremes mit Kortison und Calcineurinhemmern oder eine Lichttherapie, während er bei perioraler Dermatitis für einige Wochen zu einem kompletten Verzicht auf Kosmetik- und Pflegeprodukte rät. Zur Behandlung der allergischen Dermatitis gehört das Meiden der allergieauslösenden Stoffe.

Äußerlich anwendbare Cremes, welche die Entzündung der Haut sowie den begleitenden Juckreiz lindern, eignen sich dagegen bei nahezu allen Formen der Dermatitis. Wirkstoffe wie alpha-Bisabolol und Heparin wirken antiallergisch und entzündungshemmend – so kann die Haut beruhigt werden, die Rötungen und der Juckreiz lassen nach.
Abgesehen von Arzneimitteln ist es zudem wichtig, auf eine angemessene Hautpflege zu achten. Beobachten Sie, welche Faktoren zu einer Verschlimmerung der Beschwerden führen, und bemühen Sie sich, solche Einflüsse möglichst zu vermeiden. Nutzen Sie schonende und pH-hautneutrale Pflegemittel und Lotionen, die Ihre Haut nicht zusätzlich irritieren, und verzichten Sie auf zu heiße Bäder oder Duschen. Leichte, luftdurchlässige Kleidung, eine ausgewogene Ernährung und genügend Bewegung an der frischen Luft können sich ebenfalls positiv auf den Verlauf einer Dermatitis auswirken.

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