Sonnenbrand, Hautkrebs und vorzeitige Hautalterung? Schützen Sie Ihre Haut mit Sonnencreme!

Viele Menschen lieben Sonnenbäder. Das ist kein Wunder, wirkt doch Sonnenlicht durch das Wohlfühlhormon Serotonin wie ein warmer Gute-Laune-Spender. So angenehm und gesund Sonnenlicht in Maßen ist, so gefährlich und schädlich kann es für unsere Haut aber auch sein. Die Lösung: schützende Sonnencreme. Hier erfahren Sie, warum Sie Sonnencreme verwenden sollten, wie sie wirkt, und welche Sonnencreme die richtige für Ihren Hauttyp ist.

Sonnencreme kann bei jeder Jahreszeit wichtig sein.

Warum Sonnencreme?

Zu viel Sonne verursacht nicht nur einen schmerzhaften Sonnenbrand und frühzeitige Hautalterung, sondern kann ernste gesundheitliche Folgen wie Hautkrebs nach sich ziehen. Die ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung) dringt tief in die Haut ein und verändert das Reparatursystem der Haut.

Bis vor einigen Jahren machte man für die gesundheitlichen Schäden nur die UVB-Strahlung verantwortlich. Neuere Studien belegen aber, dass nicht nur die kurzwellige UVB-, sondern auch die langwellige UVA-Strahlung das Hautkrebsrisiko massiv erhöht. Und dies unabhängig von der Intensität der Sonneneinstrahlung: Forscher am King’s College London fanden heraus, dass auch eine kontinuierliche Bestrahlung mit niedrigen UVA-Dosen Schäden des Erbguts zur Folge haben kann. Sonnencreme kann bei richtiger Anwendung die gesundheitsschädigende Wirkung der UV-Strahlung mildern.

Die verschiedenen Arten von Sonnencreme

Sonnencreme ist nicht gleich Sonnencreme. Sie unterscheidet sich vor allem hinsichtlich des Schutzfilters und der entsprechenden Schutzwirkung. Seit 2006 müssen in der EU als Sonnenschutzprodukte ausgewiesene Sonnencremes zwingend einen UVA-Filter beinhalten. Er ist am kreisförmigen UVA-Logo zu erkennen.

Sie können zwischen Sonnencreme mit chemischem und mit physikalischem Lichtschutz wählen. Der chemische Lichtschutz schützt die Haut durch organische Filterverbindungen. Diese Substanzen können UV-Strahlung einer bestimmten Wellenlänge aufnehmen und in Wärme umwandeln. Physikalischer Lichtschutz wirkt dagegen mit mineralischen Filtern. Er basiert auf dem Spiegelungsprinzip: Wie kleine Spiegel reflektieren Titanoxid- oder Zinkoxid-Partikel die Strahlung und verhindern so das Eindringen der UV-Strahlen. Erhältlich sind auch Sonnencreme-Produkte mit einer Kombination aus beiden Lichtschutzsystemen.

Für den Schutz der sensiblen Baby- und Kinderhaut sollten spezielle Sonnenschutzprodukte verwendet werden. Wenn Sie Sport treiben oder sich im Wasser aufhalten, sind wasserfeste Sonnencremes empfehlenswert. Manche Produkte enthalten hautpflegende Wirkstoffe wie Vitamin E. Der wichtigste Entscheidungsfaktor ist aber die Intensität des Sonnenschutzes. Dieser leitet sich aus dem jeweiligen Hauttyp ab.

Der passende Schutz für jeden Hauttyp

Dank ihrer Pigmentierung kann sich die Haut auch selbst vor Sonneneinstrahlung schützen. Dabei hat die Haut eine natürliche Eigenschutzzeit. Die Dauer dieses Eigenschutzes variiert je nach individuellem Hauttyp, das heißt je nach der Pigmentierung und Sonnenempfindlichkeit der Haut. Man unterscheidet folgende Pigmenttypen:

PigmenttypHauttypEigenschutzzeit
 Typ I sehr helle und empfindliche Haut 5-10 Minuten
 Typ II helle und empfindliche Haut 10-20 Minuten
 Typ III wenig empfindliche Haut bis zu 30 Minuten
 Typ IV unempfindliche Haut bis zu 40 Minuten

Um den unterschiedlichen Schutzbedürfnissen zu entsprechen, ist Sonnencreme in vier verschiedenen Schutzkategorien erhältlich, deren Einteilung dabei nach dem Lichtschutzfaktor (LSF) erfolgt.

LichtschutzfaktorPigmenttyp
 Mehr als LSF 50: sehr hoher Schutz insbesondere für Personen mit Pigmenttyp I sowie Kinder
 LSF 30 bis 50: hoher Schutz insbesondere für Personen mit Pigmenttyp II
 LSF 15 bis 21: mittlerer Schutz insbesondere für Personen mit Pigmenttyp III
 LSF 6 bis 10: geringer Schutz insbesondere für Personen mit Pigmenttyp IV und nur kurzem Aufenthalt in der Sonne

Die EU-Kommission empfiehlt, sich eher nach diesen Schutzkategorien als allein nach dem Lichtschutzfaktor zu richten: Der Lichtschutzfaktor ist lediglich eine Kennzahl für die Schutzleistung der Sonnencreme gegenüber der UVB-Strahlung. Über den qualitativen oder quantitativen Schutz vor der UVA-Strahlung gibt er keine Auskunft. Die Schutzkategorie ist auf der Verpackung angegeben. Beachten Sie, dass auch Sonnencreme mit sehr hohem Schutz keinen vollständigen Schutz vor UV-Strahlen bietet. Darüber hinaus spielen die richtige Anwendung der Sonnencreme sowie die Aufenthaltsdauer im Sonnenlicht eine entscheidende Rolle für den Hautschutz.

Die Haut von Babys und Kleinkindern benötigt einen besonderen Schutz

Da die Haut von Babys und Kleinkindern besonders empfindlich ist, ist Sonnencreme mit einem sehr hohen Sonnenschutz nötig: Der Lichtschutzfaktor sollte mindestens 25 betragen. Normalerweise verfügen Sonnenschutzprodukte für Babys und Kinder über diesen hohen Schutz. Zusätzlich sollten Babys, Kleinkinder und auch Schulkinder mit leichter, UV-undurchlässiger Bekleidung und einem Sonnenhut geschützt werden.

Menge und Häufigkeit der Anwendung von Sonnencreme

Sonnencreme sollte großzügig aufgetragen werden. Die EU empfiehlt Erwachsenen, für das Eincremen des gesamten Körpers 36 Gramm Sonnencreme zu verwenden. Das entspricht sechs Teelöffeln. Wird weniger Sonnenschutz verwendet, verringert sich der Schutz vor der schädlichen Strahlung.

Um den Lichtschutz aufrecht zu erhalten, sollten Sie Sonnencreme mehrfach am Tag auftragen. Besonders dann, wenn Sie sich im Wasser aufgehalten oder stark geschwitzt haben. Die Verweildauer in der Sonne verlängert sich durch die wiederholte Anwendung allerdings nicht.

So genießen Sie die Sonne gesund und sorgenfrei

Denken Sie bei einem Aufenthalt in der Sonne einfach an folgende Tipps:

  • Verwenden Sie stets Sonnencreme mit einem ausreichend hohen Lichtschutzfaktor.
  • Jede UV-Strahlung, auch die der Frühlingssonne, ist schädlich. Cremen Sie sich auch dann ausreichend mit Sonnencreme ein, wenn Sie die ersten Sonnenstrahlen des Jahres genießen. Auch winterliches Skifahren birgt die Gefahr eines Sonnenbrandes.
  • Verwenden Sie auch bei bewölktem Himmel ausreichend Sonnencreme.
  • Meiden Sie die intensive Mittagssonne.
  • Schützen Sie auch Ihre Augen vor dem UV-Licht, indem Sie eine Sonnenbrille mit Lichtschutz tragen.
  • Cremen Sie den ganzen Körper ein. Achten Sie darauf, auch auf Stellen wie Hand- und Fußrücken oder Ohren Sonnencreme anzuwenden.
  • Schützen Sie sich und Ihre Kinder bei praller Sonneneinstrahlung zusätzlich mit heller und atmungsaktiver Bekleidung und einer Kopfbedeckung wie einem Sonnenhut.

Achten Sie auf Ihre Haut und schützen Sie sich vor vorzeitiger Hautalterung, Sonnenbränden und Hautkrebs durch UV-Strahlung. Kinder benötigen einen besonders intensiven Schutz.