Enthaarungscreme: Glatte Haut dank Chemie

Die chemische Depilation (temporäre Enthaarung) per Enthaarungscreme, -lotion oder -schaum ist eine sanfte und sichere Methode, als störend empfundene Körperhaare zu entfernen. Die meisten Präparate, die Sie im Drogeriehandel kaufen können, entfernen Achsel- und Beinhaar zuverlässig. Allerdings besitzt das Verfahren auch einige kleine Nachteile.

Mann mit enthaarter Brust und Achsel

Darauf sollten Sie achten, wenn Sie Enthaarungscremes benutzen:

Lesen Sie die Packungsbeilage und verwenden Sie genau die vorgeschriebene Menge. Der Inhaltsstoff Thioglycolsäure und seine Salze sind giftig und werden auch über die Haut aufgenommen.

Lassen Sie die Enthaarungscreme nicht in Kontakt mit Schleimhäuten und dem Intimbereich kommen. Für den Intimbereich und das Gesicht haben die Hersteller eigene, besonders sanfte Cremes entwickelt.

Schützen Sie vor allem Ihre Augen: Falls Creme in die Augen gerät, sollten Sie umgehend einen Augenarzt aufsuchen.

Um festzustellen, ob Sie empfindlich auf einen der Inhaltsstoffe reagieren, verwenden Sie die Creme zur Probe an einer möglichst unempfindlichen Stelle beispielsweise am Arm. Eine Allergie äußert sich durch Hautbrennen, Jucken und Rötungen. Ist die Haut auch nach längerer Einwirkungszeit nicht gereizt, können Sie die Enthaarungscreme bedenkenlos verwenden.

Schritt für Schritt: Enthaarungscreme richtig angewendet

Mit der Enthaarungscreme verhält es sich wie mit Medikamenten oder anderen pharmazeutisch wirksamen Präparaten: Zuerst sollten Sie aufmerksam die Packungsbeilage lesen. Denn ganz nebenwirkungsfrei sind die Cremes nicht. Vor allem sollten Sie sich genau informieren, wie lange die Enthaarungscreme einwirken soll und welche Maßnahmen Sie danach ergreifen müssen. Tragen Sie die Creme mit einem Spatel auf. In der Regel beträgt die Einwirkungszeit fünf bis zehn Minuten. Danach können Sie die Creme mitsamt den ausgefallenen Haaren abduschen.

Vielen Enthaarungscremes haben die Hersteller hautpflegende Inhaltsstoffe wie Aloe Vera beigemischt. Auch starke Duftstoffe sind meist enthalten, da die Salze der Thioglycolsäure einen unangenehm schwefeligen Geruch besitzen.

Vorteile der Enthaarungscremes

Im Gegensatz zum Rasieren sind Verletzungen und Entzündungen durch die Enthaarungscremes ausgeschlossen. Die Haut fühlt sich nach der Behandlung weich an und die Wirkung hält länger an, da das einzelne Haar nahe an der Wurzel gelöst wird. Zudem gibt es nur wenige Bereiche, in denen die Mittel nicht verwendet werden dürfen. Der Rücken, die Schultern, Achseln, Beine, Arme und Brust sind unbedenklich. Nur die Schleimhäute müssen Sie aussparen, da diese empfindlichen Hautpartien durch die basische Creme stark gereizt werden können. Bei der Enthaarung des Intimbereichs – nicht zu verwechseln mit der Bikinizone – ist also Vorsicht geboten.

Für die Intimbehaarung gibt es Enthaarungsmittel, die speziell für diese empfindlichen Körperpartien entwickelt wurden. Achten Sie beim Kauf auf die Verpackungsaufschrift, denn meist sind diese Produkte mit dem Zusatz ‚sensitiv’ gekennzeichnet.

Hinweis: Bei Hautentzündungen, Pickeln oder Sonnenbrand darf die Creme aufgrund ihres hohen Säuregehalts nicht eingesetzt werden.

Nachteile der Enthaarungscremes

Ein Problem der Enthaarungscremes ist die stark reizende Wirkung ihres wichtigsten Inhaltsstoffs, der Salze der Thioglycolsäure. Diese Salze können Hautreizungen mit Rötungen und Hautjucken auslösen sowie bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen. Aufgrund dieser Eigenschaften untersuchte das Bundesinstitut für Risikobewertung die Enthaarungscremes im Jahr 2011, konnte allerdings keine nachteiligen Folgen für die Gesundheit feststellen.

Das Institut empfiehlt jedoch, die Packungsbeilage sorgfältig zu lesen und die Creme nicht in die Nähe von Schleimhäuten, dem Mund und den Augen gelangen zu lassen. Außerdem sollte der Anwender die Enthaarungscreme weder großflächig noch mit zu dickem Auftrag anwenden, da in beiden Fällen zu viele toxische Stoffe in den Organismus geraten könnten.

Interessant: So wirkt Enthaarungscreme

Der wichtigste Bestandteil der Enthaarungscreme sind die Salze der Thioglycolsäure, eine giftige Verwandte der Essigsäure. Diese Salze erzeugen ein alkalisches Milieu von circa pH 12. Die basische Substanz zerstört das Kreatin, welches als Hauptbestandteil des Haares für dessen Stabilität sorgt. Der außerhalb der Haut gelegene Teil löst sich unter dem Einfluss der Enthaarungscreme auf, das Haar fällt ab. Die Wurzel hingegen bleibt unversehrt.

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