Haarentfernung: Möglichkeiten im Überblick

Zu allen Zeiten beschäftigten sich Männer und Frauen mit der Frage, wie viel Körperbehaarung schön ist, und wann ein Zuviel an Behaarung gegen die Regeln der herrschenden Mode verstößt. Dabei ist der aktuelle Trend zu wenig Körperhaaren beziehungsweise der Ganzkörperrasur keineswegs neu: Bereits in der Antike kannten die Damen der gehobenen Gesellschaft Mittel und Wege, sich lästiger Härchen zu entledigen, die sich nur wenig von modernen Methoden unterschieden. Haarentfernung ist also bis zum heutigen Tag eine Modefrage. Welche Möglichkeiten Ihnen dabei zur Verfügung stehen, lesen Sie hier.

Frau nutzt die Rasur als Möglichkeit der Haarentfernung

Haarentfernung per Epilation oder Depilation?

Um das für Sie passende Verfahren zur Haarentfernung zu finden, müssen Sie sich die Frage stellen, ob eine Epilation, also die Entfernung des Haares mitsamt der Wurzel, oder eine Depilation, die Entfernung lediglich des sichtbaren Teils des Haares, die richtige Methode ist. Es gilt demnach zu klären, ob die Entfernung dauerhaft oder temporär sein soll, also die Haarwurzel zerstört wird oder nicht.
Alle Methoden haben ihre spezifischen Vor- und Nachteile: So ist die temporäre Haarentfernung etwas kostengünstiger, sanfter zur Haut und schmerzfrei, während ihr dauerhaftes Pendant, je nach Methode, nur alle sechs bis acht Wochen ausgeführt werden muss. Bei Enthaarungsmethoden wie der Nadelepilation verschwinden die Haare nach ausreichend vielen Sitzungen ganz.

Verschiedene Methoden der Haarentfernung: Depilation

Folgende Methoden stehen Ihnen zur Verfügung:

  • Rasieren: Bei der ältesten Form der temporären Haarentfernung wird das Haar kurz über der Wurzel mit einer scharfen Klinge oder einem scharfen Messer abgeschnitten. Die Haare wachsen schnell wieder nach, die Haut kann nach der Behandlung gereizt sein oder Austrocknungserscheinungen zeigen. Dafür ist die Rasur schmerzfrei. Um ein gleichbleibend haarfreies Ergebnis zu erhalten, sollte sie täglich erfolgen.
  • Enthaarungscreme: Bei der Enthaarungscreme wird das Haar chemisch behandelt. Die Cremes besitzen stark basische Inhaltsstoffe, die das Haar kurz über seiner Wurzel auflösen, so dass es abfällt. Die Creme sollte nach Verwendung abgewaschen werden. Auch diese Methode ist schmerzfrei, jedoch nicht nachhaltig, da das Haar sofort wieder nachwächst.

Verschiedene Methoden der Haarentfernung: Epilation (temporär)

Folgende Methoden stehen Ihnen zur Verfügung:

  • Zupfen per Pinzette: Die einfachste Art, überschüssige Haare loszuwerden. Das Auszupfen wird beispielsweise bei einzelnen Haaren im Bereich der Augenbrauen angewendet. Die Haare wachsen wieder nach, jedoch deutlich langsamer als bei der Depilation.
  • Waxing, Sugarin: Beide Methoden funktionieren über die Klebrigkeit der verwendeten Substanzen (Kalt-/Warmwachs, Zuckerpaste). Papierstreifen oder Stoffvliese werden als Träger verwendet, die mit der klebenden Seite nach unten auf die zu enthaarenden Hautpartien aufgedrückt werden. Danach wird der Streifen mit einem Ruck und entgegen der Wuchsrichtung der Haare abgerissen. Alternativ wird die Wachs- oder Zuckermaske direkt auf die Hautstelle aufgebracht. Die Methode wird bei Bein- und Achselhaaren sowie der Intimzone angewendet, bei Männern zusätzlich bei Brusthaaren, und ist vergleichsweise schmerzhaft. Der Schmerz lässt jedoch bei regelmäßiger Anwendung nach.
  • Elektrische Epilierer: Diese Geräte sind dem elektrischen Handrasierer ähnlich und verfügen über einen Kopf, in dem eine Walze rotiert. Hier klemmen die Haare ein und werden mit Wurzel ausgerissen. Diese Methode ist ebenfalls vergleichsweise schmerzhaft.

Verschiedene Methoden der Haarentfernung: Epilation (dauerhaft)

Folgende Methoden stehen Ihnen zur Verfügung:

  • Entfernung per Laser: Die Laserenergie wird vom Haar als Wärme aufgenommen, was zur Verödung der Haarwurzel führt. Allerdings funktioniert diese Methode nur bei dunklen Haaren, die über genügend Melanin verfügen. Der dunkle Farbstoff absorbiert die Strahlung und leitet ihn als Wärmeenergie zur Wurzel weiter.
  • IPL (Intense Pulsed Light): Ist mit der Laser-Epilation verwandt. Das Gerät sendet einen starken Lichtimpuls aus, der auf eine größere Hautfläche einwirkt als der Laser. Auch hier wird die Wärmeenergie nur dann an die Wurzel geleitet, wenn das Haar von dunkler Farbe ist.
  • Nadelepilation: Auch bei der Nadel- oder Elektroepilation handelt es sich um ein dauerhaftes Verfahren der Haarentfernung, das auf der Zerstörung der Haarwurzel beruht. Mittels einer feinen Sonde (beziehungsweise Nadel) wird der Haarfollikel durch elektrischen Strom dauerhaft geschädigt. Das Verfahren ist unabhängig von Haarfarbe und -länge, jedoch ist das Eindringen der Nadel in die Haut und den Follikel schmerzhaft.

Weitere Verfahren

Bei einigen Verfahren (Thermolyse, Elektrolyse) wird entweder Gleich- oder hochfrequenter Wechselstrom genutzt, um die Haarwurzel zu schädigen, oder beide Stromarten in Kombination (Blendverfahren).

Tipp: Verwöhnen Sie Ihre Haut nach der Haarentfernung mit Feuchtigkeitscreme. Das kann Irritationen lindern und sorgt für ein weiches Hautgefühl.

Und zum Schluss: Ein Wort zum Sinn der Haarentfernung

Menschen sind in der Regel am ganzen Körper behaart. Diese dünnen und bei hellhäutigen Personen kaum sichtbaren Härchen sind eine Reminiszenz an unsere humanoiden Vorfahren, die sich noch mit einer kompletten Körperbehaarung gegen die Widrigkeiten des Wetters wehren konnten. Spätestens seit der moderne Mensch nicht mehr auf diesen natürlichen Schutz angewiesen ist, stellt sich ihm die Frage „Haare, ja oder nein?“ ausschließlich aus kulturellen Gründen. Dabei besitzen Körperhaare, wenn auch in eingeschränktem Maß, einen durchaus praktischen Nutzen. So kommen Achsel- und Schamhaaren mehrere Funktionen zu: Sie reduzieren die Reibung in der jeweiligen Körperzone, vergrößern die Oberfläche, was einer besseren Verteilung der Pheromone (sexuellen Lockstoffen) zugutekommt, und schützen die Haut. Dass die Haarentfernung bei Achsel- oder Schamhaaren die Körperhygiene verbessert, entspricht nicht der Wahrheit. Auch können sich Hautzonen, die beispielsweise häufig per Rasierklinge enthaart werden, leichter entzünden. So reduziert sich die Haarentfernung auf rein ästhetische Aspekte.

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