Facelifting: Für ein jugendliches Aussehen

Mit Facelifting, umgangssprachlich Facelift oder Gesichtsstraffung genannt, bezeichnet man einen Eingriff der plastisch-ästhetischen Chirurgie. Ziel der Operation ist die Hautstraffung und damit die Verjüngung des Gesichts. Im fortgeschrittenen Lebensalter erschlaffen Haut und Gesichtsmuskeln, was den Betroffenen einen müden bis mürrischen Ausdruck verleihen kann. Um diesem Alterungsprozess entgegenzuwirken, kann die Haut im Rahmen eines Full- oder Teil-Faceliftings gestrafft werden. Im Laufe der letzten Jahrzehnte – die ersten operativen Faceliftings wurden Anfang des 20. Jahrhunderts vorgenommen – haben sich eine Reihe unterschiedlicher Methoden ausgebildet.

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Vom Dermatologen zum plastischen Chirurgen

In Deutschland sind viele Fachärzte unterschiedlicher Fächer berechtigt, die Operation zum Facelifting auszuführen. Ein spezieller Facharzttitel existiert nicht. So operieren neben den plastisch-ästhetischen Chirurgen beispielsweise HNO-Ärzte, Dermatologen oder Augenärzte. Dieses Fehlen fachärztlicher Standards führt zwar nicht zu einem schlechteren Niveau, was die Qualität der Behandlung angeht, aber dem Patienten fehlen wesentliche Anhaltspunkte bei der Suche nach einem geeigneten Operateur. Wer einen kompetenten Arzt für ein Facelifting sucht, ist auf Empfehlungen von Freunden oder Bekannten angewiesen.

Warum ein Facelifting?

Statistisch gesehen äußern Menschen zwischen Anfang vierzig und Mitte sechzig am häufigsten den Wunsch, ein Facelifting durchführen zu lassen. Die Spanne verwundert nicht, denn die ersten Spuren des Alters zeigen sich in der Regel ab dem vierzigsten Lebensjahr. Sie äußern sich unter anderem in tiefen Nasolabialfalten (Falte zwischen Nasenflügel und Mundwinkel), dem Absacken der Wangen (Hängebacken), einer faltigen Gesichtshaut und einer ebenso faltigen Haut am Hals, bei der die senkrechten Muskelstränge deutlich sichtbar hervortreten. Neben dem normalen, auch genetisch bedingten Alterungsprozess sind andere Faktoren ebenso entscheidend. Dazu zählen übermäßiger Alkohol- und Nikotingenuss, starke Gewichtszu- und -abnahme, Sonneneinstrahlung, mangelnder Schlaf und unzureichende Feuchtigkeitszufuhr. Außerdem wird die Haut mit zunehmendem Alter dünner. Dadurch sind beispielsweise Augenringe leichter sichtbar, was wiederum einen müden Gesichtsausdruck verursachen kann.

Facelifting: Prinzip und verschiedene Techniken

Das Prinzip eines jeden Faceliftings ist die Straffung der gewünschten Hautzone und, soweit möglich, die Entfernung überschüssigen Gewebes. So einfach sich dieses grundsätzliche Vorgehen anhört, so komplex und unterschiedlich sind die Vorgehensweisen. Sie variieren je nach angewendeter Technik und zu straffendem Teil des Gesichts. So muss prinzipiell zwischen einem kompletten Facelifting und der Korrektur von lediglich Teilbereichen wie der Stirn, der Brauen, der oberen beziehungsweise unteren Augenlider, des Mittelgesichts oder des Halses unterschieden werden. Letztlich richtet sich der Arzt bei der Auswahl der Zonen nach den Wünschen des Patienten.

So gehen Ärzte beim Facelifting vor

Vor dem eigentlichen Eingriff steht ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch, in dem der Mediziner über die Risiken und Erfolgsaussichten der Operation aufklärt. Der Patient sollte mehrere Wochen vor dem Eingriff nicht rauchen und blutverdünnende Medikamente wie Aspirin oder Marcumar absetzen. Das Facelifting selbst wird entweder in Vollnarkose oder unter lokaler Betäubung bei gleichzeitiger Sedierung (Dämmerschlaf) durchgeführt. Die letztgenannte Methode bietet sich bei kleineren Eingriffen an. Bei einem Standard-Facelifting setzt der Operateur das Skalpell an der Schläfenregion an und zieht den Schnitt hinter das Ohr bis in die Nackenregion. Je nach bevorzugter Technik gibt es Abweichungen von diesem Vorgehen. Haut, Muskulatur, Fett- und Bindegewebe werden verlagert und mit feinen Fäden an einer festen Struktur fixiert. Überschüssige Haut wird beseitigt.

Einige Methoden des Faceliftings

SMAS-Lift (Superficial Musculo Aponeurotic System-Lift):
Bei dieser effektiven Form des Facelifts werden die Haut, das darunterliegende Bindegewebe (superfizielles muskuloaponeurotisches System, SMAS) sowie die Gesichtsmuskulatur voneinander gelöst. Die Bindegewebsschicht ist hauptverantwortlich für den Alterungsprozess, denn sie sackt im Lauf der Zeit nach unten weg. Der Chirurg hebt die Schicht an und vernäht sie an ihrer ursprünglichen Position.

  • Mini-Lift:
    Bei dieser Methode wird nur die Haut gestrafft. Der Effekt hält nicht besonders lange an, da durch die Elastizität der Haut der ursprüngliche Zustand früher oder später wieder eintritt.
  • Hals-Wangen-Lifting:Wie beim SMAS-Lift beschrieben, werden bei dieser Form des Liftings die Haut-, Gewebe- und Muskelschichten getrennt. Der Schnitt wird von der Schläfe zum Ohrläppchen und dann weiter nach unten um die Grenze zwischen Nacken und Hinterkopf geführt.
  • Mittelgesichtsstraffung:
    Bei diesem Facelift werden speziell die Bereiche Wangen, Lider und Mundwinkel gestrafft. Auch hier wird der Schnitt vom Schläfenbereich aus geführt.
  • Halsstraffung:
    Patienten, die sich durch sichtbare Muskelstränge und Falten am Hals gestört fühlen, können ein separates Hals-Lifting durchführen lassen.

Das sollten Sie über ein Facelifting außerdem wissen

Die Eingriffe dauern, je nach Technik und zu straffendem Gesichtsareal, zwei bis vier Stunden.

Wichtig: Sport, Sauna- und Solariumsbesuche sollten Sie bis zu eineinhalb Monate nach dem Eingriff vermeiden. Bei der Nachsorge werden die Drainagen und der Kopfverband entfernt (bis zu drei Tage nach dem Eingriff), nach vierzehn Tagen die Fäden oder Klammern. Bei einer erfolgreichen Operation bilden sich entlang der Schnittlinien meist haarfeine Narben. Schwellungen und Blutergüsse, Spannungsgefühle und Sensibilitätsstörungen, die als Nebenwirkungen auftreten können, klingen meist schnell ab.

Risiken, die neben den allgemeinen Operationsrisiken bestehen, sind unter anderem: asymmetrische Ergebnisse, geschädigte Nervenbahnen und damit anhaltende Taubheit einzelner Gesichtspartien sowie schlechte Narbenbildung.

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