Der Dermaroller: Feine Nadelstiche für die Hautverjüngung

Die Vorstellung ist nicht besonders erfreulich: Eine mit hunderten winzigen Nadeln gespickte Walze soll zur Hautverjüngung über die Gesichtshaut gerollt werden. Die kleinen Nadeln verursachen kaum sichtbare Verletzungen, aus denen ein wenig Blut austritt. Obwohl sich die Methode leicht rabiat liest, gilt das sogenannte Microneedling als neue und erfolgreiche Anwendung, das Hautbild zu verbessern. Der Dermaroller ist das Gerät, mit dem die vielversprechende Behandlung durchgeführt wird.

Mit Nadeln besetzte Walze

Nicht nur im Gesicht: Der Dermaroller verbessert das Hautbild

Der Dermaroller kann bei unterschiedlichen Befunden eingesetzt werden. Dazu zählen Fältchen im Mund- und Augenwinkel, flaches Narbengewebe und Aknenarben sowie Pigmentstörungen. Aber nicht nur im Gesicht ist die Anwendung sinnvoll: Auch bei Dehnungs- und Schwangerschaftsstreifen wirkt die kleine Walze haut- und bindegewebsstraffend.

Wie wirkt der Dermaroller?

Der Facharzt bezeichnet die Therapie mit dem Dermaroller als perkutane Kollagen-Induktions-Therapie. Der Name verrät das Ziel der Behandlung: Durch die kleinen Einstiche in die Haut (perkutan) wird der Organismus angeregt, Kollagen zu bilden. Dieses Protein ist ein wesentlicher Bestandteil der menschlichen Haut sowie der Knochen, Knorpel und Sehnen. Die Kollagenfasern besitzen durch ihren Aufbau eine immense Stabilität. Der Haut verleihen sie ihre Flexibilität und Elastizität. Im Alter verliert die Haut jedoch die Fähigkeit, Kollagen ins Unterhautgewebe einzubinden. Die Folge: Die Lederhaut, die Hautschicht unter der Epidermis, wird dünner, Falten entstehen. Die kleinen Verletzungen durch den Dermaroller provozieren die Hautnerven, die wiederum die nächstgelegenen Zellen zur Kollagenproduktion anregen, um die Einstichverletzung zu schließen.

Das passiert bei der Anwendung des Dermarollers

Zunächst muss man die medizinische von der kosmetischen Anwendung des Dermarollers unterscheiden. Der Dermatologe wendet das Gerät in tieferen Hautschichten an als die Kosmetikerin, die den Roller nur oberflächlich einsetzt.

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Wichtig: Als Patient sollten Sie zwei Wochen vor der Behandlung die Einnahme blutverdünnender Medikamente abgesetzt haben, weil sich sonst Gerinnungsprobleme einstellen können. Feuchtigkeitsspendende Cremes hingegen unterstützen die Selbstheilungskräfte der Haut. Am Tag der Therapie sollten Sie auf Make-up verzichten.

Vor der ersten Sitzung wird das gesamte Hautareal desinfiziert. Anschließend wird eine Creme aufgetragen, die eine leicht anästhesierende Wirkung besitzt. Dadurch wird das Schmerzempfinden weitgehend ausgeschaltet. Nach Einsetzen der Wirkung werden die Reste der Creme entfernt. Nun rollt der Arzt die Walze für 20 Minuten in alle Richtungen über die Haut. Die Einstiche der circa 2600 Mikronadeln sind durch die örtliche Betäubung abgemildert, angenehm ist das Verfahren dennoch nicht. Kleine Blutstropfen zeigen sich an der Oberfläche. Die Haut wird anschließend mit einer desinfizierenden Lösung abgetupft. Äußerlich zeigen sich die behandelten Hautzonen nun tiefrot. Die Haut beginnt zu arbeiten, die Wundheilungsprozesse kommen in Gang. Neben der Hautrötung kann es zu leichten Schwellungen und einem Gefühl der Hitze kommen. Dabei handelt es sich um ganz natürliche Prozesse sowie den Beweis, dass die Therapie zu wirken beginnt. Die Rötung verschwindet nach circa drei Tagen wieder. Je nach Befund muss die Behandlung drei- bis viermal im Abstand mehrerer Wochen wiederholt werden.

Das sollten Sie außerdem über die Behandlung mit dem Dermaroller wissen:

Bei der beschriebenen Behandlung handelt es sich um eine rein medizinische Anwendung, die ausschließlich von Ärzten durchgeführt werden darf.

  • Bei akuter Akne darf der Dermaroller nicht angewendet werden.
  • Durch Blut übertragbare Infektionskrankheiten wie Hepatitis oder HIV sind ebenfalls Ausschlusskriterien.
  • Da die Kollagenproduktion ein langfristiger Prozess ist, dauert es bis zu zwei Monate, bis das Endergebnis sichtbar wird.
  • Vermeiden Sie unmittelbar nach der Therapie direkte Sonneneinstrahlung und tragen Sie keine Hautpflegeprodukte auf.
  • Die Behandlung ist in der Regel medizinisch nicht notwendig, die Krankenkassen kommen für die Kosten nicht auf. Für einen Behandlungszyklus mit vier bis sechs Sitzungen müssen Sie mit 800 bis 1000 Euro Behandlungskosten rechnen.