Kosmetische Behandlungen: Zwischen Schönheit und Gesundheit

Die Kosmetik ist ein Feld, das sich in der Vergangenheit von der Medizin und neuerdings von der Wellness abgesetzt hat. Trotzdem sind die Grenzen zwischen den Disziplinen fließend. Vor allem mit den Wellness-Anwendungen gibt es manche Überschneidungen. Welche Anwendungen noch zu den kosmetischen Behandlungen und welche schon zu den medizinischen Therapien gehören, ist ebenfalls nicht einfach zu bestimmen und hängt in erster Linie von der Definition von Kosmetik ab. Unbestreitbar gehören aber die Körperpflege, die Erhaltung eines jugendlichen Hautzustands und die Schönheitspflege zu den ureigenen Arbeitsfeldern der Kosmetik. Welche Arten von kosmetischen Behandlungen es gibt, lesen Sie hier.

Schöne und reine Haut benötigt Pflege. Frau in der kosmetischen Behandlung

Kosmetische Behandlungen und medizinische Therapien: Wo liegt der Unterschied?

Die Abgrenzung zwischen kosmetischen und medizinischen Behandlungsformen ist nicht ganz einfach. In der Praxis sind einige Methoden dem Dermatologen vorbehalten. So ist die Dermabrasion ein invasives Verfahren zur Bekämpfung von Narben, bei der die Haut bis auf ihre tieferen Schichten abgeschliffen wird. Die Behandlung wird unter Narkose durchgeführt und darf nur von fachlich qualifizierten Ärzten vorgenommen werden. Bei der Mikrodermabrasion hingegen ist nur die oberste Hautschicht betroffen. Sie darf auch die Kosmetikerin abschleifen. Der Mikrodermabrasion entsprechend darf auch der Dermaroller bis zu einer bestimmten Einstichtiefe der Nadeln von Kosmetikerinnen angewendet werden. Alle Varianten des Verfahrens, die tiefere Gewebeschichten betreffen, sind wiederum dem Mediziner vorbehalten. Somit ist ein wichtiges Kriterium für eine kosmetische Behandlung, dass sie sich nicht-invasiver, lediglich die Hautoberfläche betreffender Methoden bedient. Außerdem ist die Anwendung von Medizinprodukten für Kosmetikerinnen tabu. Einige dürfen beispielsweise nur von Ärzten verwendet werden. Außerdem müssen Methoden wie die Wohlfühl-Massage von medizinischen Massagen unterschieden werden.

Das leisten kosmetische Behandlungen

Kosmetische Behandlungen wirken sich positiv auf Körper und Geist aus, sie verbessern Hautzustände, verzögern den Alterungsprozess der Haut und betonen bei der dekorativen Kosmetik die Gesichtsform sowie die natürliche Hautfarbe der Anwenderin.

Körperbehandlungen und Massagen

Kosmetische Behandlungen beschränken sich nicht auf Gesicht, Hals oder Dekolleté, sondern beziehen den ganzen Körper ein. Dazu gehören Ganzkörperpackungen und Massagen. Die moderne Kosmetik nutzt heute unterschiedliche Massagemethoden aus der ganzen Welt.

Massagen fürs Wohlbefinden

Im Unterschied zur medizinischen Massage gilt die klassische Massage zur Entspannung als rein kosmetische Behandlung. Das heißt, sie darf keine physiotherapeutische Wirkung besitzen. Durch Streichen, Kneten, Dehnen, Ziehen und Reiben beseitigt der Wellness-Masseur bestehende Blockaden, der Massierte fühlt sich behaglich und entspannt bei der Behandlung.

Folgende Wellness-Massage-Arten gibt es:

  • Massage mit Aromaölen: Sie ähnelt der klassischen Massage, bei der verschiedene Aromaöle verwendet werden. Die ätherischen Öle wirken von entspannend bis anregend.
  • Ayurveda-Massage: Ursprünglich aus Indien stellt Ayurveda die älteste überlieferte Medizinlehre der Welt dar. Sie bietet ein ganzheitliches Konzept, das unter anderem Ernährungslehre, Massagen, Pflanzentherapien und Yoga beinhaltet.
  • Thai-Massage: Diese Form der Massage wirkt durch die Stimulierung definierter Akkupressurpunkte. Typisch für die Massage ist das Gehen auf dem Rücken des Kunden.
  • Hot Stone Massage: Bei dieser speziellen kosmetischen Behandlung werden aufgeheizte Basalt-Steine (60 Grad Celsius) genutzt, um die Muskeln bestimmter Körperregionen zu entspannen.
  • Klangschalenmassage: Die Klangschalen werden auf fest definierte Punkte des liegenden Menschen gelegt und angeschlagen. Dabei entfalten die Vibrationen eine harmonisierende und entspannende Wirkung.
  • Lymphdrainage: Unter dem Begriff versteht die Kosmetikerin eine Wohlfühl-Massage der Lymphbahnen in Gesicht und Körper. Die Lymphflüssigkeit (transportiert Nähr- und Abfallstoffe) fließt durch diese kosmetische Behandlung besser ab und entschlackt das Gewebe. Dazu verbessert sich das Hautbild.
  • Körperpackungen: Verwendet werden Tücher, die mit Kräuter- beziehungsweise Früchtepasten, Erde oder Schlamm bestrichen werden. Der Kunde wird damit eingewickelt. Seine Körperwärme sorgt dafür, dass sich die Inhaltsstoffe entfalten und die Haut mit Nährstoffen versorgen können.

Gesichtsbehandlungen

Kosmetische Behandlungen werden landläufig mit der Verschönerung der Gesichtshaut und des Gesichts im Allgemeinen in Verbindung gebracht.

Folgende kosmetische Behandlungen gibt es:

  • Massage (Kopf und Gesicht): Die Gesichts- und Kopfmassage bezieht die Ohren, den Hals und Nacken sowie die Haaransätze mit ein. Streichende und kreisende Bewegungen regen den Stoffwechsel an.
  • Reinigen unreiner Haut: Bei starker Akne ersetzt der Besuch bei der Kosmetikerin nicht die Konsultation eines Facharztes. Bei leichten Hautunreinheiten ist aber die regelmäßige kosmetische Behandlung durchaus empfehlenswert. Um eine gründliche Reinigung zu gewährleisten, wird die Haut in der Regel als erstes bedampft, damit sich die Poren öffnen.
  • Gesichtspackungen: Über die Packung führt die Kosmetikerin der Gesichtshaut Nährstoffe und Feuchtigkeit zu. Auch bei einem Termin zu einer Gesichtsreinigung werden häufig Masken beziehungsweise Gesichtskompressen verwendet, die speziell bei unreiner Haut angewendet werden. Durch die Maske werden die Poren geöffnet, die Haut desinfiziert und die Mitesser aufgeweicht.
  • Peeling: Auch das Peeling ist eine kosmetische Behandlung, die häufig durchgeführt wird. Mit ihr trägt die Kosmetikerin die oberste Schicht der Gesichtshaut mechanisch, chemisch oder per Laser ab. Tote Hautschuppen werden beseitigt, die Haut kann sich schneller regenerieren.

Epilation/Depilation (chemisch und mechanisch)

Bei diesen kosmetischen Behandlungen werden Gesichts- und Körperhaare entfernt. Entweder
nur der sichtbare Teil des Haares (Depilation) oder das Haar mitsamt seiner Wurzel (Epilation). Die Methoden können chemisch (Enthaarungscreme) oder mechanisch (beispielsweise Ausreißen des Haares, Rasur, per Wachs, Sugaring, Pinzette) ausgeführt werden. Dabei werden kosmetische Behandlungen, bei denen das Haar wieder nachwächst, von solchen unterschieden, bei denen die Behaarung dauerhaft beseitigt ist.

Hand- und Fußpflege

Auch die Hand- und Fußpflege zählt zu den Arbeitsgebieten der Kosmetikerin. Wie bei anderen kosmetischen Behandlungen steht auch hier die Schönheitspflege im Vordergrund.

Folgendes gehört zur Hand- und Fußpflege:

  • Maniküre/Pediküre: Bei der Maniküre werden die Hände durch eine ergiebige Creme gepflegt, die Nagelhaut entfernt, die Nägel gefeilt, poliert und auf Wunsch lackiert. Bei der Pediküre wird an Ferse und Fußballen zusätzlich die Hornhaut beseitigt.
  • Fußreflexzonenmassage: Bei dieser Massageform werden bestimmte Zonen an der Fußsohle stimuliert. Die kosmetische Behandlung wirkt entspannend und soll das Immunsystem positiv beeinflussen.

Dekorative Kosmetik

Die dekorative Kosmetik bezieht sich ausschließlich auf die Verschönerung von Gesicht und Körper. Durch typgerechtes Make-up werden in erster Linie Hautfarbe und Form des Gesichts betont.

Apparative Kosmetik

Die moderne Kosmetik setzt auf vielen Feldern auf den Einsatz von Apparaten. So werden beispielsweise bei der dauerhaften Epilation Laser eingesetzt. Beim mechanischen Peeling wie der Mikrodermabrasion werden Geräte verwendet, die mit hoher Geschwindigkeit feine Salz- oder Keramikpartikel auf die Haut schießen, um die Hautschuppen zu lösen.