Kopfläuse sind bei Erwachsenen selten anzutreffen

Kopfläuse befallen in der Hauptsache Kinder. Das liegt zum einen daran, dass Kinder ein großes Bedürfnis nach engem Körperkontakt haben, was den Läusen das Wechseln des Wirts erleichtert. Zum anderen sind Kindergärten und Schulen durch die große Zahl an Kindern in einem Raum bestens geeignete Brutstätten für die Parasiten. Trotzdem sind Erwachsene nicht gefeit vor Kopfläusen. Auch deren Kopfhaut bietet den kleinen Blutsaugern alles, was sie benötigen: Wärme, hohe Luftfeuchtigkeit und einen guten Zugang zu den feinen Hautgefäßen (Kapillaren). Leiden Erwachsene unter einem Befall von Kopfläusen, sollten auch sie umgehend etwas gegen die Parasiten unternehmen.

Kopfkontakt ist die häufigste Infektionsquelle mit Kopfläusen. Auch Erwachsene können sich infizieren.

Kopfläuse befallen jeden Menschen – wenn sie die Chance dazu bekommen

Grundsätzlich ist niemand vor einem Kopflausbefall (Pedikulose) sicher. Die Infektion trifft unterschiedslos Menschen aller sozialer Schichten, aller Geschlechter, und nicht zuletzt Erwachsene wie Kinder gleichermaßen. Da die Kopflaus  sich ausschließlich auf den Menschen spezialisiert hat, befällt sie jede Person mit ausreichender Kopfbehaarung. Noch vor rund 250 Jahren war die Erkrankung tatsächlich in der gesamten Bevölkerung weit verbreitet. In ärmeren Familien traten die Parasiten deshalb auf, weil sich mehrere Familienmitglieder ein Bett teilten. Aber auch die höheren Schichten waren betroffen, da Moden wie das Perückentragen den Insekten ideale Verhältnisse boten. Heute sind in unseren Breiten Erwachsene vom Kopflausbefall deutlich seltener betroffen als Kinder.

Deshalb kommen Kopfläuse auch bei Erwachsenen vor

Um Kopfläuse wirkungsvoll zu bekämpfen, ist es wichtig, ihre Lebensgewohnheiten zu kennen. Die Läuse sind Ektoparasiten, das heißt, sie befallen Menschen von außen. Lebensfähig sind die Tiere nur, solange sie sich an den Kopfhaaren ihres Wirtes festhalten können. Dazu sind ihre klauenartigen Vorderglieder wie geschaffen. Bekommt der Kopf eines Betroffenen Kontakt zu einem anderen, nicht infizierten Menschen, kann die Kopflaus ihren bisherigen Brut- und Lebensort wechseln. Das passiert beispielsweise, wenn die Eltern mit ihrem Kind kuscheln, beim Umarmen oder bei anderen Arten des Körperkontakts. So greifen Kopfläuse auch auf Erwachsene über. Auf der Kopfhaut herrschen bei circa 32 °C Grad Körpertemperatur und über 70 Prozent Luftfeuchtigkeit ideale Bedingungen für die Kopflaus und ihr Gelege.

Der Lebenszyklus der Kopflaus

Erwachsene Weibchen legen in ihrem etwa vierwöchigen Leben zwischen 150 und 300 Eier. Eine Befruchtung ist dabei nicht erforderlich. Die weibliche Kopflaus klebt die Eier mit einem Sekret an das Haar nahe der Haarbasis. Sie sucht sich dafür den sehr dichten Haarbesatz im Nacken, an den Schläfen und hinter den Ohren als bevorzugte Brutstätte aus. Nach acht bis zehn Tagen schlüpfen die als Nymphen bezeichneten Jungläuse. Übrig bleiben die leeren Eihüllen (Nissen). Die Nymphen entsprechen in ihrer äußeren Erscheinung erwachsenen Kopfläusen, sind jedoch deutlich kleiner. Mit der ersten Blutmahlzeit färbt sich ihr zunächst transparenter Chitinpanzer dunkel.

Symptome bei Kopflausbefall

Die Kopflaus benötigt alle zwei bis drei Stunden frisches Blut. Dazu ritzt sie die winzigen Blutgefäße der Kopfhaut mit ihrem Stech-Saugrüssel an. Das austretende Blut saugt sie auf und injiziert gleichzeitig eine gerinnungshemmende Substanz in die Wunde, die der Organismus des Wirts als fremd erkennt. Es kommt zu einer Immunreaktion, bei der sich Papeln, kleine rote und juckende Ausschläge bilden. Da diese Reaktion in der Regel stark verzögert auftritt, kann der Infizierte in der Zwischenzeit unbemerkt weitere Personen anstecken. Die Immunantwort des Körpers, das starke Jucken, ist gleichzeitig das Leitsymptom der Erkrankung.

Kopflausbefall bei Erwachsenen – was tun?

Falls in der Betreuungseinrichtung Ihres Kindes ein Lausbefall identifiziert wurde und Sie bei sich selbst ein hartnäckiges Kopfjucken bemerken, könnten Sie ebenfalls unter Kopflausbefall leiden. Klarheit bringt eine Untersuchung mit dem Läusekamm . Dieser spezielle Kamm ist in Apotheken, Sanitätshäusern oder im Onlinehandel erhältlich. Er verfügt über lange, eng beieinanderstehende Zinken, die sowohl die Läuse als auch deren Eier und die Nissen aufgreifen. Feuchten Sie Ihr Haar an und verteilen Sie gleichmäßig eine Haarspülung. Kämmen Sie anschließend Ihre Haare aus: Beginnen Sie bei der Haarbasis und ziehen Sie den Kamm bis zu den Spitzen. Verfahren Sie so bei allen Strähnen. Nach jedem Kämmen streifen Sie den Läusekamm auf einem Papiertaschentuch ab. Finden Sie dabei Läuse, Eier oder Nissen, sollten Sie unverzüglich mit einer geeigneten Therapie beginnen.

Wirksame Mittel gegen Kopfläuse bei Erwachsenen sind

  • Medikamente mit neurotoxischer Wirkung
  • Produkte mit physikalischer Wirkung
  • Hausmittel wie ätherische Öle
  • Geräte, die mit Wärme oder Gleichstrom arbeiten.

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Ihr Apotheker kann Sie bei der Wahl der geeigneten Kopflausbehandlung beraten. Am effektivsten ist eine Kombinationsbehandlung aus Läusekamm und chemischem oder physikalischem Bekämpfungsmittel. Beachten Sie unbedingt, dass Sie die meisten Behandlungsmethoden nach acht bis zehn Tagen wiederholen müssen, um eventuell nachgeschlüpfte Kopfläuse zu bekämpfen.

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