Couperose oder Rosacea – worin liegt der Unterschied?

Couperose und Rosacea sind zwei Begriffe, bei denen die Unterscheidung nicht immer leicht fällt. Beide stehen im Zusammenhang mit einer chronischen Hautkrankheit, die sich in erster Linie durch Rötungen und sichtbare Äderchen im Gesicht bemerkbar macht – seltener am Hals oder Dekolleté. Daher wissen viele Betroffene oft nicht, ob sie nun unter Couperose oder Rosacea leiden und ob es da überhaupt einen Unterschied gibt.

Frau überprüft Ihre Haut ob sie Couperose oder Rosacea hat

Sind Couperose und Rosacea das Gleiche?

Bei der Frage, inwieweit die beiden Hautkrankheiten Couperose und Rosacea zusammenhängen, gibt es zwei unterschiedliche Ansichten:

  • Die Mehrheit der Forscher vermutet, dass Couperose eine Vorstufe beziehungsweise ein Frühstadium der Rosacea darstellt. Anders ausgedrückt, kann eine frühe Form der Rosacea auch als Couperose bezeichnet werden.
  • Deutlich seltener wird angenommen, dass Couperose eine eigene Erkrankung darstellt, die sich in manchen Fällen zu einer Rosacea weiterentwickelt.

Offensichtlich ist jedoch, dass sowohl Couperose als auch eine frühe Form der Rosacea mit den gleichen Symptomen einhergehen: geweitete, sichtbare Äderchen im Gesicht (ähnlich wie Besenreiser an den Beinen) sowie gerötete Haut. Risikofaktoren wie ein heller Hauttyp und auslösende Faktoren (Trigger) – zum Beispiel Sonnenlicht, scharfe Speisen oder Alkohol – sind ebenfalls identisch. Daher spricht einiges für die Annahme, dass Couperose gleichbedeutend ist mit einem frühen Stadium der Rosacea.

Was sagt der Hautarzt?
In der Dermatologie wird meist nicht zwischen Couperose oder Rosacea unterschieden. Hautärzte sprechen bei den typischen Symptomen in der Regel von einer Rosacea im Frühstadium.

Das ist typisch für eine Couperose

Bei einer Couperose handelt es sich um eine chronische Hautkrankheit, die in der Regel als Rosacea im frühen Stadium gilt. Betroffen sind mehr Frauen als Männer, häufig ab dem 30. Lebensjahr. Als Ursache wird eine erbliche Veranlagung vermutet. Weitere Risikofaktoren sind:

  • ein heller Hauttyp
  • Bluthochdruck
  • Bindegewebsschwäche
  • zu langes oder häufiges Sonnenbaden
  • übermäßiger Tabakkonsum

Typisch für eine Couperose beziehungsweise für Rosacea im Anfangsstadium sind Rötungen im Bereich des Gesichts, hauptsächlich auf Nase und Wangen. Zu Beginn verschwinden diese Rötungen nach einiger Zeit wieder, im weiteren Verlauf bleiben sie jedoch dauerhaft bestehen. Daneben klagen Betroffene manchmal über eine besonders empfindliche oder trockene Haut.

Grund für die gerötete Gesichtshaut sind Blutstauungen, die zu einer Erweiterung der kleinen Gefäße führen. Mit der Zeit verlieren diese ihre Elastizität, bleiben dauerhaft geweitet und schimmern deutlich sichtbar durch die Haut. Ärzte bezeichnen das als Teleangiektasien. In manchen Fällen werden die Äderchen außerdem durchlässig und es kommt zu Blutungen in der Haut.

Eine Couperose kann – muss aber nicht – in ein fortgeschrittenes Stadium der Rosacea übergehen. Der Verlauf ist bei jedem Betroffenen individuell.

So sieht eine Rosacea aus

Der Beginn einer Rosacea äußert sich durch die gleichen Symptome wie eine Couperose, also Rötungen bevorzugt auf Nase und Wangen sowie erweiterte Äderchen, die sichtbar durch die Haut schimmern. Je nach Stadium der Krankheit kommen noch weitere Beschwerden hinzu:

  • Schmerzen und/oder Juckreiz
  • Eiterbläschen oder Hautknötchen
  • Gewebe- beziehungsweise Hautwucherungen, meist an der Nase

Die Eiterbläschen können leicht mit klassischen Pickeln verwechselt werden, weshalb die Rosacea auf den ersten Blick einer Akne ähnelt. Im Unterschied zu dieser neigt die Haut bei Rosacea jedoch eher nicht zu Mitessern.

Ähnlich wie bei einer Couperose gibt es bei der Rosacea einige Reizfaktoren (Trigger), die eine anfallsartige Rötung der Gesichtshaut hervorrufen können, auch Flush genannt. Zu den Triggern gehören starke Temperaturschwankungen, Sonnenlicht, scharfes Essen oder Alkohol.

Egal ob Couperose oder Rosacea – die Behandlung ist wichtig

Sowohl Rosacea als auch die Couperose – als eigene Erkrankung oder Frühform der Rosacea – zählen zu den chronischen Hautkrankheiten und sind leider nicht heilbar. Die Ursache für beide liegt in einer genetischen Veranlagung: Auch mit den besten Medikamenten lässt sie sich nicht verändern.

Jedoch können die Beschwerden mit der richtigen Behandlung oft deutlich verbessert werden. Für Betroffene ist das wichtig, denn sie leiden mitunter sehr unter den für alle sichtbaren Veränderungen der Gesichtshaut. Ein Besuch beim Hautarzt ist daher unbedingt anzuraten, am besten schon, wenn die ersten Symptome auftreten. Er kann entsprechende Cremes beispielsweise mit Metronidazol oder Azelainsäure verschreiben oder eine Laserbehandlung durchführen.

Allerdings gibt es auch einige Ratschläge, die Betroffene selbst umsetzen und so ihr Hautbild möglicherweise verbessern können. Dazu gehört, bekannte Trigger weitestgehend zu meiden:

  • auf lange Sonnenbäder verzichten
  • zu jeder Jahreszeit Sonnenschutz tragen
  • keine scharf gewürzten Speisen essen
  • starke Temperaturschwankungen vermeiden
  • Kaffee, schwarzen Tee oder andere koffeinhaltige Getränke reduzieren

Zudem ist es ratsam, die Hautpflege auf die Bedürfnisse der empfindlichen Rosacea- beziehungsweise Couperose-Haut anzupassen. Dazu gehört zum Beispiel, lauwarmes Wasser zum Waschen zu verwenden und nur milde Waschlotionen. Männer sollten ihrer Haut zuliebe den Nassrasierer beiseitelegen und sich lieber trocken rasieren.


Tipp für Frauen:
Selbst mit einer angepassten Hautpflege und entsprechenden Cremes bleiben oft Rötungen auf der Haut bestehen. Diese können jedoch relativ einfach mit Make-up abgedeckt werden. Sinnvoll ist hierbei Make-up mit grünen Farbpigmenten – denn Grün ist die Komplementärfarbe zu Rot und hilft daher gut gegen gerötete Bereiche. Damit die Haut dadurch nicht belastet wird, sollten jedoch nur sehr hautfreundliche Kosmetika verwendet werden – besonders beim Abschminken.

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