Creme und Co. – die richtige Hautpflege bei Rosacea

Bei Rosacea ist die tägliche Hautpflege nicht ganz einfach, denn die Haut ist sehr empfindlich und reagiert auf viele Inhaltsstoffe gereizt. Beim Reinigen und Eincremen müssen Betroffene daher besondere Rücksicht auf ihre Haut nehmen. Hier erfahren Sie, was es bei der Pflege und der Wahl der richtigen Creme bei Rosacea zu beachten gibt.

Hautpflege durch Cremes ist bei Rosacea besonders wichtig

Tipps für die Hautpflege auf einen Blick:

  • lauwarmes Wasser verwenden
  • milde Waschlotionen mit einem pH-Wert unter sieben benutzen (ideal ist der pH-Wert der Haut, also 5,5)
  • die Haut nicht trockenrubbeln, sondern -tupfen
  • Cremes mit hohem Wasseranteil bevorzugen
  • Duftstoffe und ätherische Öle wie Menthol oder Kampfer meiden
  • hohen Lichtschutzfaktor (LSF) benutzen

Besondere Vorsicht bei der täglichen Reinigung

Zu der täglichen Routine in Sachen Hautpflege gehört natürlich die Reinigung der Haut – auch bei Rosacea. Um eine zusätzliche Reizung zu vermeiden und die Symptome nicht zu verschlimmern, sollten Sie jedoch einige grundsätzliche Ratschläge beachten:

  • Verwenden Sie zum Waschen am besten lauwarmes Wasser. Zu heiße oder kalte Temperaturen führen oft dazu, dass sich die Äderchen weiten. Bei der Rosacea können sie sich jedoch nicht mehr richtig zusammenziehen, in der Folge entsteht die typische Röte im Gesicht.
  • Bevorzugen Sie sanfte, alkoholfreie Reinigungsmittel für die Haut. Bei Waschlotionen hat sich ein leicht saurer pH-Wert unter sieben als geeignet erwiesen, denn auf der Haut herrscht ebenfalls ein leicht säuerliches Milieu. Seifenfreie Syndets (synthetische Waschlotionen für empfindliche Haut) sind ebenfalls eine Alternative.
  • Tupfen Sie Ihre Haut nach dem Waschen vorsichtig mit einem Handtuch trocken – Rubbeln ist hier tabu.

Peelings sind für die Hautpflege bei Rosacea nicht empfehlenswert, denn sie führen in der Regel zu einer übermäßig starken Durchblutung der Haut. Zudem reizt das kräftige Reiben die Haut und führt zu Irritationen. Eine Ausnahme bilden die sogenannten Fruchtsäurepeelings, die in manchen Fällen zu einer Verbesserung des Hautbilds geführt haben. Bei Ihrem Hautarzt oder einer kompetenten Kosmetikerin können Sie sich beraten lassen, ob ein Fruchtsäurepeeling auch bei Ihnen ratsam ist.

Tipp für Männer: Lieber trocken statt nass
Bei Männern ist die Gesichtshaut oft einer zusätzlichen Belastung ausgesetzt: der Rasur. Hierbei hat sich gezeigt, dass eine trockene Rasur oft besser vertragen wird als eine Nassrasur. Neben der Rasur an sich reizen hierbei die Inhaltsstoffe von Rasierschaum oder -gel die Haut.

Rosacea: Was ist bei der Wahl der Creme zu beachten?

Für die Hautkrankheit typisch ist eine empfindliche Haut, die sensibel auf viele verschiedene Inhaltsstoffe reagiert. Zudem haben Betroffene oft sowohl mit trockenen als auch mit fettigen Gesichtspartien zu kämpfen. Das macht es bei Rosacea schwer, eine passende Creme für die Hautpflege zu finden. Die wichtigsten Kriterien finden Sie jedoch nachfolgend.

Bei den Inhaltsstoffen gibt es ein paar Tabus

Bei der Auswahl der Creme lohnt sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe des Produkts. Bei Rosacea ungeeignet sind:

  • Duftstoffe und Alkohol
  • Kampfer, Menthol und Eukalyptus sowie andere ätherische, durchblutungsfördernde Öle
  • fettende Produkte wie Salben, Öle und Wasser-in-Öl-Emulsionen
  • Vitamin A und andere Anti-Aging-Stoffe

Als allgemein verträglich bei Rosacea gelten Cremes oder Lotionen, die einen hohen Wasseranteil haben, also sogenannte Öl-in-Wasser-Emulsionen. Pflegeprodukte mit Glycerin können ebenfalls zur Hautpflege beitragen, denn sie schützen die Haut davor, auszutrocknen.

Silikonöle: ja oder nein?

Häufig werden bei Rosacea Cremes oder Lotionen mit Silikonölen empfohlen. Ihnen wird nachgesagt, dass sie sich gut auf der Haut verteilen lassen. Zudem sollen Produkte auf Silikonölbasis gut verträglich sein und keinen festen Film auf der Haut bilden.
Jedoch gibt es auch viele kritische Stimmen gegen Silikonöle. So soll der Inhaltsstoff zum Beispiel Poren verstopfen und daher langfristig das Hautbild verschlechtern. Eine uneingeschränkte Empfehlung für Hautpflegemittel mit Silikonöl ist daher nicht möglich.

Schutz vor Sonne und Kälte

Menschen, die von Rosacea betroffen sind, sollten Sonnenlicht unbedingt meiden. Die UV-Belastung ist einer der häufigsten Auslöser für einen neuen Schub und beeinflusst den Krankheitsverlauf negativ. Daher ist es wichtig, bei der Hautpflege auf Cremes mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor (LSF) zu achten – empfohlen ist ein LSF von mindestens 20.

Tipp: Einige Tagescremes oder Make-ups besitzen bereits einen guten Sonnenschutz. Das ist praktisch, denn dann muss keine zusätzliche Sonnencreme im Gesicht aufgetragen werden.

Doch auch äußere Kälte kann zu Rötungen führen und das Hautbild verschlechtern, denn frostige Temperaturen fördern die Durchblutung und können die Äderchen weiten. Um dem vorzubeugen, gibt es spezielle Kälteschutz-Cremes im Handel, die auch bei Rosacea angewandt werden können. Wichtig ist es jedoch, auf verträgliche Inhaltsstoffe zu achten.

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