Neurodermitis vorbeugen beginnt schon in der Schwangerschaft

Neurodermitis ist eine chronische Hauterkrankung, die zu einem großen Teil genetisch veranlagt ist und oft von den Eltern vererbt wird – das macht eine Vorbeugung schwierig. Dennoch gibt es einige Maßnahmen, mit denen Eltern dem Ausbruch der Krankheit bei ihrem Nachwuchs entgegenwirken können – zum Beispiel das Rauchen aufgeben und Stress reduzieren. Wie lässt sich Neurodermitis noch vorbeugen?

Aufhören zu rauchen kann Neurodermitis vorbeugen.

Da die Hauterkrankung oft im Säuglings- oder Kindesalter das erste Mal aufkommt, zielt ein Großteil der Maßnahmen zur Vorbeugung auf diese Zeit ab. Doch auch in älteren Jahren, wenn die Erkrankung schon besteht, lässt sich durch einige Mittel das Risiko für einen neuen Schub reduzieren. Lesen Sie hier mehr zu Tipps bei Neurodermitis.

Kann Stillen Neurodermitis vorbeugen?

Die Muttermilch ist die ideale Ernährung für einen Säugling: Sie enthält alle wichtigen Nährstoffe, die er für seine Entwicklung nach der Geburt benötigt, und ist genau auf seine Bedürfnisse zugeschnitten. Muttermilch hat zudem einen wichtigen Schutzeffekt gegenüber Allergien: So gehen beispielsweise Allergene (allergieauslösende Stoffe) aus dem Essen der Mutter in kleinen Anteilen auch in die Muttermilch über. Auf diese Weise erhält das Immunsystem des Babys ersten Kontakt mit fremden Stoffen und kann sich an sie gewöhnen. Dies wiederum senkt das Risiko, später an einer Allergie zu erkranken.

Zwar ist Neurodermitis keine Allergie, jedoch spielt eine Überempfindlichkeit des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe hierbei ebenfalls eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund gilt Stillen als eine mögliche Maßnahme, dem Ausbruch von Neurodermitis vorzubeugen. Das Kind sollte hierzu zumindest die ersten vier Monate ausschließlich über das Stillen ernährt werden. Erst danach ist es sinnvoll, langsam mit Beikost anzufangen. Falls es der Mutter nicht möglich ist zu stillen, kann unter Umständen eine spezielle Ersatzmilch gegeben werden. Der behandelnde Arzt steht hierbei beratend zur Seite.

Wie stark der vorbeugende Effekt ist, wird in der Wissenschaft jedoch kontrovers diskutiert – daher sollten Sie trotz der vielen Vorteile des Stillens keine Wunder bei der Vorbeugung von Neurodermitis erwarten.

Tipp: Entdecken Sie Symptome von Neurodermitis bei Ihrem Kind, wie gerötete, trockene Haut oder starken Juckreiz, sollten Sie möglichst bald zur Abklärung einen Kinderarzt aufsuchen. Je eher mit einer entsprechenden Behandlung und einer angepassten Pflege der Haut begonnen wird, desto besser.

Vorbeugung von Neurodermitis: Tabakrauch ist tabu

Rauchen die Eltern, ist das auf verschiedene Weise schädlich für Kinder – sowohl während der Schwangerschaft als auch nach der Geburt. Neben vielen anderen Folgen wie beispielsweise Entwicklungsstörungen, kann Zigarettenkonsum das Risiko des Kindes steigern, an einer Allergie oder Neurodermitis zu erkranken. Doch auch Erwachsene können ihr Risiko für Neurodermitis beziehungsweise für einen akuten Schub senken, indem sie das Rauchen aufgeben.

Dabei ist nicht nur die belastete Atemluft schlecht, auch in der Muttermilch sammeln sich schädliche Stoffe an, wenn die Mutter hin und wieder zur Zigarette greift oder Passivrauch ausgesetzt ist.

Zur Vorbeugung von Neurodermitis gilt es daher, folgendes zu beachten:

  • In Wohnungen sollte auf keinen Fall geraucht werden. Auch wenn man seinen Zigarettenkonsum auf einzelne Zimmer beschränkt, zieht der schädliche Qualm in die anderen Räume.
  • Zigarettenqualm hängt nicht nur in der Luft, er setzt sich auch auf Textilien ab – unter anderem in Kleidungsstücken. Nach dem Rauchen sollte daher möglichst die Kleidung gewechselt werden.
  • Zimmer, in denen viel geraucht wurde, dünsten das in der Regel noch einige Zeit lang aus. Um Neurodermitis vorzubeugen, sollten sich Betroffene daher nicht in Raucherbereichen oder Wohnungen von Rauchern aufhalten, selbst wenn dort im Moment nicht geraucht wird.

Idealerweise hören Eltern oder Menschen mit Veranlagung zu Neurodermitis mit dem Rauchen auf. Allerdings fällt das besonders langjährigen Rauchern oft nicht leicht. In dem Fall kann es helfen, seine Freunde um Unterstützung zu bitten oder sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen.

Wussten Sie schon?

Auch Umweltbelastungen wie Abgase können sich auf die Entstehung von Neurodermitis auswirken. Zur Vorbeugung sollten Sie daher Ihre Wohnung nach Möglichkeit nicht während des Berufsverkehrs lüften und vielbefahrene Straßen meiden.

Stress vermeiden – Neurodermitis vorbeugen

Stress ist eine wichtige Komponente bei Neurodermitis und bei vielen Betroffenen für einen akuten Schub verantwortlich. Der Grund liegt vermutlich darin, dass der Körper unter Anspannung Stresshormone ausschüttet, die das Immunsystem beeinflussen können.

Schon Säuglinge bekommen beispielsweise Streitigkeiten oder eine gereizte Stimmung zwischen den Eltern mit und reagieren darauf mitunter gestresst. Das Kind auf den Arm zu nehmen, beruhigt es meist durch den Körperkontakt.

Sind die Kinder schon etwas älter, kann bei entsprechender Veranlagung Schulstress ebenfalls Neurodermitis begünstigen. In dem Fall ist es zur Vorbeugung ratsam, mit dem Kind über seine Probleme zu reden und ihm zum Beispiel bei den Hausaufgaben zu helfen.

Erwachsenen hilft es meist, spezielle Entspannungstechniken gegen beruflichen und privaten Stress zu erlernen. Dazu gehören unter anderem Autogenes Training oder Meditation.

Ernährung als Faktor bei Neurodermitis

Bei Neurodermitis reagieren Betroffene besonders im Kindes- oder Kleinkindalter oft empfindlich auf bestimmte Nahrungsmittel. Dazu zählen unter anderem

  • Kuhmilch,
  • Ei,
  • Nüsse,
  • Weizenprodukte und
  • Fisch sowie
  • säurehaltige Lebensmittel, insbesondere Zitrusfrüchte.

Sind bereits Fälle von Neurodermitis in der Familie bekannt, können die Kinder als Vorbeugung erst nach und nach an die verschiedenen Lebensmittel herangeführt werden. Dabei sollte besonders auf mögliche Reaktionen der Haut geachtet werden.

Wer sich nicht sicher ist, auf welche Lebensmittel er sensibel reagiert, kann ein Ernährungstagebuch führen. Unter Umständen werden aber auch alle Nahrungsmittel gut vertragen, denn die Auslöser für Neurodermitis sind höchst individuell und nicht auf die Ernährung beschränkt. Möglich sind zum Beispiel auch empfindliche Reaktionen auf Waschmittel oder Kosmetikartikel.