Tipps zur richtigen Pflege bei Neurodermitis

Bei Neurodermitis wird die Haut sehr belastet: Juckreiz und Spannungsgefühl, aber auch Entzündungen setzen ihr stark zu. Umso wichtiger ist eine gute Hautpflege. Die passende Neurodermitis-Creme gehört ebenso dazu wie ein sanftes Waschen und Abtrocknen. Weitere Tipps rund um die Pflege bei Neurodermitis finden Sie hier.
Tipps bei Neurodermitis

Kurz und knapp: Worauf sollten Neurodermitiker achten?

  • Regelmäßig eincremen
  • Höchstens jeden zweiten Tag duschen
  • Selten und nur fünf bis zehn Minuten baden
  • Die feuchte Haut sanft abtrocknen
  • Kratzfreie und luftige Kleidung wählen
  • Sport am besten im Freien
  • Kühles Raumklima mit einer Luftfeuchtigkeit über 50 Prozent

Grundlegend bei Neurodermitis: Verschiedene Cremes

Egal ob zweimal täglich oder zumindest nach jedem Duschen oder Baden – bei Neurodermitis sollte die Haut regelmäßig eingecremt werden. Die konsequente Pflege trägt dazu bei, die angegriffene Hautbarriere zu verbessern und die Haut vor äußeren Reizen zu schützen. Das können Viren und Bakterien, aber auch Schweiß, Rückstände vom Waschmittel in der Kleidung sein. Daher ist es wichtig, entsprechende Cremes auch in beschwerdefreien Zeiten zu verwenden – denn die Veranlagung zu Neurodermitis bleibt vorhanden.

Grundsätzlich sollten die Cremes möglichst rückfettend und feuchtigkeitsspendend sein. Je nachdem, ob gerade ein akuter Schub vorliegt oder welche Jahreszeit herrscht, können fettreiche oder wässrige Pflegeprodukte eine bessere Wirkung erzielen. Für die tägliche Basispflege werden in der Regel Cremes oder Lotionen mit höherem Wasseranteil empfohlen. Trockene und rissige Hautpartien profitieren dagegen eher von einer fettigeren Pflegecreme – diese am besten nur auf der betroffenen Hautstelle auftragen.

Tipp: Der sogenannte „Halbseiten-Versuch“ hat sich beim Testen neuer Produkte bewährt. Hierbei die neue Creme zunächst nur auf einer Hälfte des Körpers verwenden, auf der anderen Seite das bisherige Pflegeprodukt weiterverwenden. Nach ein paar Tagen können Sie beide Körperseiten vergleichen und so direkt sehen, ob die Creme gegen Neurodermitis geholfen hat.

Wichtig für die Pflege bei Neurodermitis: Hautschonend Baden und Duschen

Die tägliche Körperpflege ist bei Neurodermitis kein einfaches Thema. Beim Duschen wird der dünne, schützende Fettfilm auf der Haut durch den Wasserstrahl abgespült. Nur wenige Duschkopfe haben einen entsprechend sanften Wasserstrahl, der die Hautbarriere nicht angreift. Baden ist daher fast noch schädlicher für die strapazierte Haut. Heißes Wasser und verschiedene Badezusätze können sie zusätzlich austrocknen.

Natürlich sollte auf eine Körperpflege nicht verzichtet werden. Bei Neurodermitis kann es daher helfen, folgende Pflege-Tipps beim Waschen zu beachten:

  • Nicht länger als fünf bis zehn Minuten baden
  • Nach der Dusche oder dem Bad immer eincremen
  • Mit dem Handtuch nicht rubbeln, sondern die feuchte Haut sanft abtupfen
  • Beim Baden ölhaltige Wasserzusätze verwenden, die rückfettend wirken

Zudem sollte nur jeden zweiten Tag geduscht werden. Für Menschen, die lieber Baden, ist es ratsam, das Vergnügen auf ein- oder zweimal in der Woche zu beschränken.

Tipp für die Hände: Die Seife beim Händewaschen immer gründlich abspülen. Rückstände können andernfalls die Haut reizen. Außerdem nach Möglichkeit parfumfreie Produkte verwenden, diese haben ein geringeres Risiko, allergische Reaktionen hervorzurufen.

Kleidung und Neurodermitis-Pflege: Weiche Stoffe bevorzugen

T-Shirt, Hose, Schuhe – Kleidung ist nahezu ständig im direkten Kontakt mit der Haut. Da ist es nicht verwunderlich, dass sie ebenfalls Einfluss auf den Verlauf von Neurodermitis haben kann. Unterstützend zur täglichen Pflege ist es möglich, der Haut auch mit der Wahl der richtigen Kleidung zu helfen. Achten Sie auf folgende Merkmale:

  • Die Kleidung nicht zu eng wählen, damit sie nicht scheuert.
  • Weiche Stoffe bevorzugen, die nicht kratzen, also besser Baumwolle, Seide oder Mischgewebe verwenden.
  • Synthetische Stoffe wie Polyester, Nylon oder Acryl sind zu meiden, da man in ihnen stärker schwitzt.
  • Kleidung mit rauen Innennähten und kratzigen Waschhinweis-Etiketten eignen sich ebenfalls nicht.

Außerdem ist es sinnvoll, neu gekaufte Kleidung vor dem ersten Tragen einmal, wenn nicht sogar zweimal zu waschen. Dadurch können etwaige chemische Rückstände von der Herstellung entfernt werden. Dabei am besten auf Weichspüler verzichten und ein Waschmittel verwenden, das parfumfrei und frei von Farbstoffen ist.

Und die Schuhe? Im Prinzip sind weiche und atmungsaktive Materialien zu bevorzugen, in denen der Fuß nicht so schnell schwitzt. Synthetische Materialien sind daher eher nicht geeignet. Besser für die Pflege bei Neurodermitis sind Lederschuhe oder im Sommer offene Sandalen.

Thema Schwitzen: Passen Sport und Neurodermitis zusammen?

Sport ist prinzipiell gut für die Pflege der Haut bei Neurodermitis, denn es fördert das Schwitzen. Die Unterproduktion der Schweißdrüsen, die für die trockene Haut mitverantwortlich ist, wird dadurch etwas ausgeglichen. Das wirkt sich oftmals positiv auf den Schutzmantel der Haut aus und kann Trockenheit vorbeugen. Schlecht ist es jedoch, wenn der Schweiß nicht verdunsten kann, sondern auf der Haut kleben bleibt. In diesem Fall schadet er und verstärkt den Juckreiz. Daher beim Sport nach Möglichkeit darauf achten, atmungsaktive Kleidung zu tragen. An der frischen Luft kann der Schweiß zudem besser verdunsten.

Tipp: Das Klima in der Wohnung sollte nicht zum Schweißausbruch führen. Kühlere Temperaturen werden von Menschen mit Neurodermitis in der Regel besser vertragen - die Luftfeuchtigkeit im Idealfall über 50 Prozent halten, zur Kontrolle dienen spezielle Messgeräte. Dabei helfen zum Beispiel große Zimmerpflanzen oder Luftbefeuchter.