Behandlung von Neurodermitis: Was hilft bei Neurodermitis?

Juckende Haut, nässende Ekzeme und Rötungen – das Bild einer von Neurodermitis betroffenen Haut kann sehr unterschiedlich ausfallen. Oftmals wechseln sich Schübe und nahezu beschwerdefreie Zeiten miteinander ab. Und auch die jeweiligen Auslöser sind von Person zu Person unterschiedlich. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Behandlung sich mitunter schwierig gestaltet. Denn die eine Therapie, die für alle Betroffenen passt, gibt es nicht. Die Schulmedizin hat jedoch einige Therapiemöglichkeiten, die bei Neurodermitis Linderung verschaffen können. Sogar beschwerdefreie Zeiten sind möglich sowie das Hinauszögern von neuen Schüben.

Behandlung durch juckende Haut wegen Neurodermitis

Verschiedene Therapieansätze bei Neurodermitis

Eines vorweg: Neurodermitis ist selbst mit der besten Behandlung nicht heilbar. Die Beschwerden – also trockene, entzündete, stark juckende Haut – können mit einer konsequenten Therapie jedoch gelindert werden. Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:

  • Die Basispflege beinhaltet die tägliche Körperpflege mit passenden, rückfettenden Cremes. Sie sollen der Haut Feuchtigkeit verleihen, die Hautbarriere stabilisieren und das Erscheinungsbild verbessern.
  • Ist der Auslöser eine Allergie, kommt es bei der Behandlung in erster Linie darauf an, bekannte Auslöser beziehungsweise Reize zu vermeiden. Zusätzlich kann ein Arzt Antihistaminika verschreiben. Sie wirken einer allergischen Reaktion entgegen und tragen dazu bei, den Juckreiz zu schwächen.
  • Die Therapie von Entzündungen dient dazu, akute Schübe zu mildern und dem Entstehen neuer Schübe vorzubeugen.

Um entzündliche Hautstellen zu behandeln, verschreibt der Arzt im Regelfall Cremes mit Cortison (Glukokortikosteroide). Gelangt der Wirkstoff in die betroffenen Hautzellen, reduziert er dort die Produktion von bestimmten Botenstoffen und dämmt dadurch die bestehende Entzündung ein. Allerdings wird die Haut bei regelmäßiger und lang andauernder Anwendung dünner, deshalb ist eine Behandlung immer mit dem behandelnden Arzt abzuklären – besonders, wenn die dünne Gesichtshaut betroffen ist. Oftmals überwiegt jedoch der Vorteil, nämlich eine Verbesserung des Hautbilds, gegenüber dem Nachteil.

In manchen Fällen reagiert die Haut empfindlich, wenn die Creme wieder abgesetzt wird, oder die Entzündung kommt sofort wieder auf. Daher empfiehlt sich eine schrittweise Entwöhnung. Zunächst kann die Creme nur noch einmal am Tag, dann jeden zweiten Tag und schließlich nur noch einmal in der Woche verwendet werden, bis sie ganz abgesetzt wird.

Was sind Calcineurinhemmer?

Die sogenannten Calcineurinhemmer (Calcineurininhibitoren) wirken direkt auf bestimmte Zellen des Immunsystems. Sie hemmen deren Aktivität und verhindern so die Ausschüttung von entzündungsverursachenden Botenstoffen – schon bevor die Haut überhaupt entzündet ist. Dadurch tragen sie dazu bei, Entzündungen und Juckreiz zu lindern.

Im Gegensatz zu Cremes mit Cortison sind Präparate mit Calcineurinhemmern auch für empfindliche Hautareale geeignet, wie zum Beispiel das Gesicht oder den Hals. Die Anwendung unterscheidet sich nicht: Cremes oder Salben mit dem Wirkstoff werden ein- bis zweimal täglich auf die betroffenen Stellen aufgetragen.

Neurodermitis: Was hilft bei Juckreiz?

Juckreiz ist ein großes Problem bei Neurodermitis. Der Versuchung, die Haut zu kratzen, ist kaum zu widerstehen. Doch die Linderung hält nur einen kurzen Moment vor, denn die aufgekratzte Haut juckt schon kurze Zeit später noch stärker als zuvor. Ein Teufelskreis aus Jucken und Kratzen entsteht, der nur schwer zu durchbrechen ist.

Da der Juckreiz meist durch eine allergische Reaktion entsteht – hervorgerufen durch ein übereifrig arbeitendes Immunsystem – können sogenannte Antihistaminika Abhilfe schaffen. Sie wirken gegen den Botenstoff Histamin, der an allergischen und entzündlichen Prozessen im Körper beteiligt ist. Meist wird der Wirkstoff in Form von Tabletten eingenommen und macht leicht müde. Diese Nebenwirkung ist jedoch nicht immer unerwünscht – denn sie kann nachts trotz Juckreiz beim Einschlafen helfen.

Lichttherapie – UV-Strahlung gegen Neurodermitis?

Welche der Therapie-Ansätze zum Einsatz kommt, hängt meist vom aktuellen Hautbild ab. In einer beschwerdefreien Neurodermitis-Phase, in der die Haut kaum Symptome zeigt, sieht die Behandlung anders aus als während eines akuten Schubes. Folgende Tabelle gibt eine Übersicht:

StufenKrankheitsbildBehandlungsansatz
 Stufe 1 Sehr trockene Haut Basispflege mit rückfettenden Cremes,
Vermeidung von auslösenden Faktoren
 Stufe 2 Leichte EkzemeJuckreizlindernde und entzündungshemmende Cremes mit niedriger Dosierung der Wirkstoffe
 Stufe 3 Mittelschwere Ekzeme Cremes, die Entzündungen und Immunreaktionen lindern, mit höher dosierten Wirkstoffen
 Stufe 4 Schwere Ekzeme, länger andauernde Beschwerden Tabletten, die antientzündlich wirken oder die Reaktion des Immunsystems mindern

Die Grundversorgung der Haut mit rückfettenden Cremes sollte in jeder der vier Stufen durchgeführt werden. Zudem bietet die Tabelle nur einen Anhaltspunkt für die passende Behandlung, der genaue Therapie-Plan bei Neurodermitis ist immer mit dem behandelnden Arzt abzuklären.

Gibt es alternative Behandlungsmöglichkeiten bei Neurodermitis?

Es existieren viele verschiedene Faktoren, die den Verlauf einer Neurodermitis beeinflussen können. Daher ist es im Einzelfall oft schwer, eine wirksame Behandlung zu finden. Ergänzend zur Schulmedizin kommen folgende Methoden in Frage:

Wenn eine neue Methode zur Behandlung von Neurodermitis ausprobiert wird, ist es sinnvoll, genau auf die Symptome zu achten. Ein Tagebuch kann dabei helfen.

Medikamente bei Neurodermitis?

Kommen Medikamente bei einer Neurodermitis zum Einsatz, erfüllen sie meist eine der beiden Aufgaben: Sie sollen Entzündungen eindämmen oder die Reaktion des Immunsystems reduzieren. Hierbei wird zwischen der äußerlichen, lokalen Behandlung und der Einnahme von Tabletten unterschieden. Letztere kommt im Regelfall nur in besonders schweren Phasen der chronischen Hauterkrankung zum Einsatz.

Cortison – mehr Nutzen als Schaden

Ein Behandlungsansatz, der ganz auf die Verwendung von klassischen Medikamenten verzichtet, ist die Lichttherapie (Phototherapie). Hierbei wird die Haut mit UV-Licht bestrahlt. Das soll eine beruhigende Wirkung haben und die Regeneration fördern. Allerdings bringt die Behandlungsmethode ein erhöhtes Hautkrebsrisiko mit sich und darf daher nur in begrenztem Rahmen stattfinden. Besonders lichtempfindliche Menschen müssen hierbei aufpassen.

Eine Alternative zu UV-Licht stellt das sogenannte Blaulicht dar, also mit Licht im blauen Spektrum. Dabei handelt es sich um eine vergleichsweise junge Methode. Eine Behandlung mit blauem Licht wurde bei Neurodermitis an den Händen und Füßen jedoch schon erfolgreich erprobt.

Vorsicht: Sowohl die herkömmliche UV-Lichttherapie als auch die Behandlung mit blauem Licht sollte in jedem Fall von einem Facharzt durchgeführt werden, um Schäden der Haut zu vermeiden.