Ursachen, Symptome und Vorbeugen von Milchschorf: Ein Überblick

Milchschorf ist eine Hautveränderung, die vor allem bei Babys und Kleinkindern bekannt ist, aber auch bis ins Erwachsenenalter auftreten kann. Typisch sind Krusten und Bläschen auf der Kopfhaut sowie im Gesicht, die sich schwer lösen lassen und zu Juckreiz führen können. Wie Milchschorf entsteht, welche Symptome typisch sind und ob man dem vorbeugen kann, erfahren Sie hier.

Hautprobleme bei Babys, wie Milchschorf oder Kopfgneis

Symptome von Milchschorf

Typisch für Milchschorf sind entzündete und gerötete Hautstellen, die mit Schuppen oder Bläschen bedeckt sind. Diese Entzündungsherde befinden sich vorrangig auf der Kopfhaut und können sich vom Scheitelbereich über den gesamten behaarten Bereich ausweiten. Auch im Gesicht, besonders an den Wangen, können sich gerötete Stellen befinden.

Weitere Symptome von Milchschorf:

  • Schuppen können sich zu einer Krustenschicht verbinden.
  • Bläschen, Knötchen und Schuppen haften fest auf der Haut.
  • Die Schuppen können nässend und hart erscheinen.
  • Es besteht ein leichter bis heftiger Juckreiz.
  • Das Allgemeinbefinden kann eingeschränkt sein, Babys quengeln und weinen beispielsweise eher.

Gut zu wissen: Heftiger Juckreiz

Der Juckreiz bei Milchschorf ist oft quälend. Vor allem in der Nacht bringt er die Betroffenen dazu, sich die Haut heftig aufzukratzen. Das führt dazu, dass sich die Symptome verschlimmern und die offenen Hautstellen entzünden. Bei akutem Juckreiz hilft kühlen, etwa mit einem nassen Waschlappen oder mit einem Eis-Pack. Für eine langfristige Linderung kann der Arzt Medikamente verschreiben, beispielsweise Antihistaminika oder spezielle Salben.

Wenn die Kopfhaut von einer Krustenschicht bedeckt ist, kann dies auch das Haarwachstum beeinträchtigen: Die Haare fallen leichter aus und wachsen schlechter wieder nach.

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Milchschorf bei Babys und Kleinkindern

Milchschorf ist in erster Linie eine Hautveränderung, die bei Babys und Kleinkindern auftreten kann. Das erste Mal erscheint Milchschorf ab einem Alter von drei Monaten und dauert mitunter mehrere Monate an. In den meisten Fällen heilt Milchschorf mit spätestens zwei Jahren vollständig ab. Ist dies nicht der Fall, breiten sich die Ekzeme weiter aus: vorzugsweise auf die großen Gelenkbeugen, das Gesicht, den Hals und Nacken, die Hand- und Fußrücken sowie auf den Brust- und Schulterbereich.

Häufig leidet die gesamte Haut unter einer ausgeprägten Trockenheit und erscheint dünn, leicht gerötet und schuppend. Wenn sich Milchschorf derart ausbreitet, sprechen Dermatologen von einer atopischen Dermatitis, besser bekannt unter Neurodermitis.

Link-Tipp: Lesen Sie mehr zu Neurodermitis in unserem großen Themenbereich.

Milchschorf bei Erwachsenen

Bleibt Milchschorf im Kindesalter bestehen, verschwindet er häufig spätestens mit der Pubertät. Allerdings kann der Milchschorf auch im Erwachsenenalter auftreten. Nicht selten erscheint die Hautveränderung in Schüben. Vor allem in einer stressigen Lebensphase werden die Symptome stärker, während sie in ruhigeren Zeiten wieder abklingen.

Milchschorf und Kopfgneis: Der Unterschied

Milchschorf wird aufgrund ähnlicher Symptome häufig mit Kopfgneis verwechselt. Kopfgneis äußert sich durch eine fettig-gelbliche Schuppenkruste auf dem Kopf und taucht schon innerhalb der ersten Lebenswochen auf – kann aber auch noch bei Erwachsenen vorkommen. Eine Überproduktion an Talg verursacht dieses Phänomen. Kopfgneis geht im Gegensatz zu Milchschorf nicht mit Juckreiz einher und ist daher vorwiegend ein kosmetisches Problem. Jedoch sollten Sie Abstand davon nehmen, die Schuppen einfach abzukratzen. Dies kann zu kleinen Hautverletzungen mit anschließenden Entzündungen führen. Besser ist es, die Schuppen mit einem speziellen Mittel sanft zu entfernen – diese Anleitung zeigt Ihnen, wie es geht.

Link-Tipp: Alle Unterschiede zwischen Milchschorf und Kopfgneis finden Sie in dieser Tabelle.

Lässt sich Milchschorf vorbeugen?

Milchschorf und Neurodermitis entstehen oftmals durch eine erbliche Veranlagung. Ist ein Elternteil selbst an Neurodermitis erkrankt, steigt das Risiko für das Kind, ebenfalls Neurodermitis zu entwickeln, auf 40 Prozent. Auch Asthma und Heuschnupfen gehören zu den erblichen Risikofaktoren – denn diese beiden Erkrankungen werden, wie die Neurodermitis auch, dem atopischen Erkrankungen zugeordnet.

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Die erbliche Veranlagung lässt sich nicht verhindern – Milchschorf oder Neurodermitis brechen aus, sobald das Kind mit bestimmten Auslösern in Kontakt kommt. Welche das sind, lässt sich nicht vorhersagen. Von bestimmten Nahrungsmitteln über Infektionen bis hin zu Reizstoffen in Waschmitteln oder Kosmetika sind das bei jeder Person andere Auslöser. Nach wie vor umstritten ist, ob langes Stillen, spätes Einführen der Beikost oder andere Maßnahmen einem Ausbruch von Milchschorf verbeugen können. Möglicherweise bringen Studienergebnisse in den nächsten Jahren weitere Erkenntnisse dazu.

Mit Milchschorf zum Arzt

Die Behandlung von Milchschorf gehört in ärztliche Hände. Denn die Hautveränderung ist komplex und es steht eine große Auswahl an Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Zum Beispiel können spezielle Mittel, die die Schuppen sanft ablösen, den Hautzustand verbessern. Auf jeden Fall sollten die Schuppen und Bläschen nicht ohne ärztliche Rücksprache entfernt werden – vor allem, wenn die Haut entzündet ist oder ein starker Juckreiz besteht.

Hier finden Sie weitere Infos:

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