Milchschorf bei Babys und Kindern

Die ersten Wochen mit Baby sind glücklich überstanden und kleine Rituale zwischen Eltern und Säugling schaffen immer mehr Sicherheit. Nach circa drei Monaten entdecken jedoch viele Eltern beim täglichen Waschen, Kämmen oder Schmusen auf dem Kopf ihres Säuglings gelbbraune, schuppige Krusten. Vielleicht kratzt sich der kleine Schatz auch noch. Diese Anzeichen sind typisch für Milchschorf, die häufigste Form des Ekzems bei Babys. Was Eltern darüber wissen müssen.

Milchschorf ist eine juckende Hautkrankheit im Säuglingsalter und wird häufig mit Kopfgneis verwechselt.

Was ist Milchschorf bei Babys und Kindern?

Milchschorf ist eine frühe Form der Neurodermitis, auch atopisches Ekzem genannt. Unter einem Ekzem verstehen Mediziner juckende, trockene und schuppige Hautausschläge. Sie beginnen in der Regel im Gesicht (vor allem an den Wangen) und breiten sich von dort auf den Hals oder die Arme und Beine sowie in den Gelenkfalten aus.

Schon gewusst?
Milchschorf ist die häufigste Form des Ekzems bei Kindern und entwickelt sich im Alter zwischen zwei und fünf Monaten. Er beginnt häufig auf der Kopfhaut und im Gesicht, breitet sich manchmal auch auf Hals, Arme oder Beine aus. Er kann – muss aber nicht – in Neurodermitis übergehen.

Wie genau äußert sich Milchschorf eigentlich bei Babys?

Zunächst einmal sind viele Eltern verunsichert, wenn ihr Baby Verkrustungen am Kopf und im Gesicht bekommt, und machen sich erst einmal große Sorgen. Nur allzu verständlich. Umso wichtiger ist es, die richtige Diagnose zu erhalten, was einen Besuch beim Arzt notwendig macht.

Da ein Säugling eine Vielzahl von Hautkrankheiten an den Augenpartien, auf der Stirn, an der Nase und auf der Kopfhaut bekommen kann, gibt es hier die wichtigsten Informationen zum Milchschorf:

  • Milchschorf zeigt sich bei Babys und Kindern durch gerötete, teils nässende Knötchen oder schuppige, gelbbraune Krusten, die einen starken Juckreiz verursachen.
  • Milchschorf ist eine frühe Form der Neurodermitis. Bei manchen Babys verschwindet der Hautausschlag, bei anderen erkrankt das Kind im weiteren Lebensverlauf an Neurodermitis.
  • Milchschorf tritt zwischen dem dritten und fünften Lebensmonat erstmals auf.
  • Zunächst ist beim Milchschorf oftmals ein Ausschlag mit Rötungen und Bläschen auf der Kopfhaut sichtbar. In der Folge entstehen entzündete und meist weißlich-gelbliche Verkrustungen, die sich ebenso an den Wangen, an Hals, Armen und Beinen zeigen können.
  • Milchschorf ist für das Baby sehr unangenehm, da er stark juckt, weshalb es entsprechend unruhig ist.
  • Das Abheilen des Milchschorfs dauert sehr lange, manchmal sogar Jahre.

Häufig wird Milchschorf mit einem anderen Ekzem verwechselt, dem Kopfgneis.
Der Kopfgneis ist ein Erscheinungsbild des seborrhoischen Ekzems, welches ebenfalls in den ersten Lebensmonaten auftritt. Die Symptome unterscheiden sich jedoch von denen des Milchschorfs. Kopfgneis

  • tritt in den ersten Lebenswochen auf,
  • verschwindet sehr schnell von alleine wieder und
  • juckt nicht.

Der Kopfgneis ist somit wesentlich harmloser für das Baby als der Milchschorf.

Sie möchten sich noch weiter informieren? Hier finden Sie detaillierte Informationen zu den Symptomen von Milchschorf und den Unterschieden zwischen Kopfgneis und Milchschorf.

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Welche Ursachen führen bei Babys zu Milchschorf?

Der genaue Grund für das Entstehen von Milchschorf ist noch nicht endgültig geklärt. Fest steht jedoch, dass eine erbliche Veranlagung für Neurodermitis vorliegen muss. Bei den Betroffenen finden sich zudem Auffälligkeiten:

  • des Immunsystems: So treten erhöhte Konzentrationen an Immunglobulin E (IgE) im Blut auf. Diese Antikörper spielen bei der Entstehung von Allergien eine große Rolle.
  • der Haut: Bei Milchschorf besteht eine gestörte Barrierefunktion der Haut. Hierbei kann die Haut ihre Schutzfunktion nur unzureichend erfüllen. Durch eine Unterfunktion der Talg- und Schweißdrüsen ist die Haut dieser Babys trockener und empfindlicher.
  • des Nervensystems: Betroffene Babys reagieren empfindlicher, zum Beispiel auf Hitze oder Reizstoffe.

Wenn nun ein Kind eine erbliche Veranlagung hat, wird der akute Krankheitsschub durch bestimmten Faktoren ausgelöst, die von Kind zu Kind unterschiedlich sein können. Babys mit Milchschorf reagieren beispielsweise allergisch auf bestimmte Lebensmittel. Zu den häufigsten Auslösern zählen Milch, Ei, Nüsse und Schokolade. Auch Hautreizungen durch Temperaturschwankungen, kosmetische Produkte sowie psychische Faktoren (Stress) gehören zu den Auslösern. In der Folge finden Abwehrreaktionen statt, die zu den entzündlichen Hautstellen führen.

Wie behandle ich Milchschorf bei meinem Baby am besten?

Das für das Baby unangenehmste Symptom des Milchschorfs ist sicherlich der starke Juckreiz. Kratzen verschlimmert die Situation jedoch und führt zu mehr Schmerzen bis hin zu blutenden Stellen. Da das Jucken die Hautentzündungen zusätzlich verstärkt, entsteht ein Teufelskreis. Die mechanische Entfernung des Milchschorfs durch Kratzen oder Schaben ist also nicht zu empfehlen, weil dies nicht nur schmerzhaft für den Säugling ist, sondern ebenso Wunden entstehen lässt.

Die Behandlung des Milchschorfs hat zum Ziel, den Hautausschlag für das Baby durch geeignete Maßnahmen erträglicher zu machen. Dazu gehört in erster Linie die richtige Basispflege der Haut, um die Schutzfunktion der Haut beispielsweise durch die Verwendung pH-neutraler und parfumfreier Produkte zu verbessern. Zusätzlich hilft das Auftragen einer feuchten Creme, die gleichzeitig fettig ist und somit die Verkrustungen löst.

Mit Cremes & Öl gegen Milchschorf?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, aus welchen Bestandteilen geeignete Cremes zusammengesetzt sind. Viele Eltern schwören bei der Behandlung des Milchschorfs auf homöopathische Mittel oder nutzen Heilpflanzen, um die Verkrustungen am Kopf ihres Babys zu beseitigen. In vielen Fällen hat es sich beispielsweise bewährt, die betroffenen Stellen des Kopfes mit Pflanzenölen wie Oliven- oder Kokosöl einzureiben und die Krusten aufzuweichen, da diese sich auf diese Weise leichter entfernen lassen.

Bei der Behandlung von Milchschorf mit Pflanzenölen sollten Sie beachten, dass sich das Öl erst durch mehrmaliges Auswaschen ganz vom Kopf und den Haaren löst. Um die Verkrustungen bei Milchschorf sanft zu lösen, gibt es Präparate aus der Apotheke, die den gleichen Effekt erzielen und sich leicht ausspülen lassen.

Welche Möglichkeiten gibt es noch, Milchschorf bei Babys und Kindern zu behandeln?

Vor der Behandlung sollten Sie einen Facharzt zurate ziehen und mit diesem die geeignetste Form der Behandlung für Ihr Baby wählen. Ein Dermatologe oder Kinderarzt verschreibt bei komplizierteren Krankheitsverläufen entzündungshemmende Medikamente, wie beispielsweise Kortisoncremes zum Auftragen oder Kortisonpräparate zum Einnehmen. Gegen den Juckreiz kann er sogenannte Antihistaminika verschreiben, welche den Botenstoff Histamin, der bei Allergien eine große Rolle spielt, hemmen. Bei bakteriellen Hautinfektionen werden Antibiotika verabreicht.

Lässt sich bei Babys und Kindern Milchschorf durch Vorbeugen verhindern?

Die Ursache für Milchschorf wird von Medizinern in einer erblichen Veranlagung vermutet. Daran lässt sich nichts ändern. Allerdings können Sie selbst etwas dafür tun, um der Entwicklung einer Neurodermitis entgegen zu wirken. Positiv auf die Hautgesundheit Ihres Kindes wirkt sich beispielsweise aus:

  • Stillen über mehrere Monate hinweg
  • Der Verzicht aufs Rauchen.

Eine andere Strategie zur Vorbeugung ist die Einnahme bestimmter probiotischer Darmbakterien, vor allem während des letzten Schwangerschaftsdrittels und der ersten sechs Lebensmonate des Kindes. Die Studienlage zum Erfolg dieser Methode ist allerdings widersprüchlich: Einige Studien berichten von einem positiven Effekt, andere können dies nicht bestätigen1.

Hier finden Sie weitere Infos:

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¹Rather, I. et al. (2016); Probiotics and Atopic Dermatitis: An Overview; Front. Microbiol. ( http://journal.frontiersin.org/article/10.3389/fmicb.2016.00507/full)