Symptome, Ursachen und Behandlung von Kopfgneis

Als Kopfgneis wird eine Hautveränderung bei Babys bezeichnet, die in aller Regel harmlos verläuft und innerhalb der ersten Wochen und Monate von selbst wieder verschwindet. Die Ursachen für Kopfgneis sind unklar, eine Behandlung ist meist nicht erforderlich.
Woran erkennt man Knopfgeis?

Typische Symptome für Kopfgneis

Bei den meisten Babys erscheint der Kopfgneis innerhalb der ersten Lebenswochen und bleibt für einige Wochen bis Monate bestehen. Oft ist die Hautveränderung nach den ersten sechs Lebensmonaten wieder verschwunden, manchmal haben Babys auch bis zu einem Jahr oder darüber hinaus Kopfgneis.
Kopfgneis zeichnet sich durch die folgenden Symptome aus:

  • Fettige, gelbliche Schuppenkruste, die fest haftet
  • Leicht gerötete Haut unter den Schuppen
  • Lokalisiert auf dem Kopf im Bereich der großen Fontanelle, Ausbreitung bis ins Gesicht möglich
  • Unter Umständen unangenehmer Geruch des Gneis

Kopfgneis wird dem seborrhoischen Säuglingsekzem zugeordnet. Dies ist ebenfalls eine harmlose Hautveränderung, die neben dem Kopfgneis noch gerötete und schuppige Herde in der Windelregion und den Hautfalten aufweisen kann.
Obwohl im Volksmund der Begriff Milchschorf oftmals synonym mit Kopfgneis verwendet wird, sind beide Hautveränderungen voneinander abzugrenzen. Milchschorf zeichnet sich zwar ebenfalls durch eine krustige Schuppenschicht aus, allerdings sind die Krusten hier nicht fettig, sondern nässend und gerötet. Zudem juckt Milchschorf meist stark, sodass die betroffenen Kinder das Verlangen haben, sich zu kratzen. Kopfgneis geht hingegen mit keinem oder nur einem leichten Juckreiz einher.

Link-Tipp

Ihr Baby kratzt sich am Kopf? Lesen Sie hier nach, wie Sie Ihrem Kind helfen können.

Woher kommt Kopfgneis?

Die Ursachen für Kopfgneis sind bisher nicht genau bekannt. Als höchstwahrscheinlich gilt die Annahme, dass die Talgdrüsen der Kopfhaut in den ersten Lebensmonaten der Säuglinge überaktiv sind. Der Talg verklebt die Hautschuppen miteinander, sodass diese fest werden und zu einer Kruste verkleben.

Kopfgneis ist, genau wie beispielsweise die Babyakne, eine weit verbreitete Hautveränderung bei Babys. Der Grund: Die Haut von Neugeborenen ist anfangs noch dünn und zart und reagiert deutlich sensibler auf Umwelteinflüsse. Zudem befindet sich im Blut der Säuglinge in den ersten Wochen ein Überschuss an mütterlichen Hormonen. Bis diese abgebaut sind, durchlaufen Babys eine Hormonumstellung, die, wie später in der Pubertät oder in den Wechseljahren, zu Hautveränderungen führt.

Sicher ist: Anders als bei Neurodermitis hat die Ernährung keinen Einfluss auf den Kopfgneis Ihres Kindes.

Wann ist ein Arztbesuch notwendig?

Im Normalfall ist ein Baby durch den Kopfgneis in seinem Wohlbefinden nicht beeinträchtigt. Solange es dem Baby gut geht, ist ein Arztbesuch nicht notwendig. Wenn die Krustenbildung allerdings erheblich zunimmt und Selbsthilfemaßnahmen nicht anschlagen, das Baby sich kratzt oder die Schuppen entzündet und nässend erscheinen, ist es erforderlich, einen Kinderarzt aufzusuchen. In diesem Fall könnten die Hautstellen durch Bakterien oder Pilze infiziert worden sein. Möglicherweise kann auch eine beginnende Neurodermitis hinter den Beschwerden stecken.
In manchen Fällen verschreibt der Kinderarzt ein hornlösendes Mittel, das die Schuppenschicht ablöst. Wenn die Kopfhaut gerötet und entzündet ist, kann es notwendig sein, für einige Tage eine kortison-haltige Salbe aufzutragen. Bei einer bakteriellen Infektion oder einem Hautpilz wird mit entzündungshemmenden oder antimykotischen Salben (gegen Pilze) behandelt.

Selbsthilfe bei Kopfgneis

Die Krusten stören die Babys zwar nicht, viele Eltern jedoch schon. Vor allem wenn der Kopfgneis unangenehm riecht – Eltern vergleichen den Geruch mit ranziger Butter – ist es verständlich, dass Eltern die Krusten entfernen möchten. Dabei sollten sie jedoch sanft und schonend vorgehen. Auf das Abkratzen der Schuppen mit den Fingernägeln sollten sie verzichten, denn das kann die Haut verletzen. Durch die offenen Hautstellen können Bakterien oder Pilze in den Körper gelangen und zu Entzündungen führen.

Link-Tipp

Hier können Sie nachlesen, wie Sie Kopfgneis sanft entfernen.

Zum Baden eignet sich ein milder, pH-hautneutraler Zusatz, beispielsweise Weizenkleie oder ein Ölbad. Die Kopfhaut lässt sich mit einem Babyshampoo reinigen. Wollen Sie die Schuppenschicht entfernen, können Sie Ihr Kind alle ein bis zwei Tage baden. Die vorher mit Öl oder einem speziellen, hornlösenden Mittel eingeweichten Schuppen lassen sich dann nach und nach auswaschen.
Tipp: Legen Sie während des Badens einen warmen, feuchten Waschlappen auf den Kopf Ihres Babys. Das weicht die Schuppen zusätzlich auf, sodass sich diese leichter auswaschen lassen.

Gut zu wissen

Hilfe aus der Natur kann Borretsch-Samenöl bringen. Tragen Sie eine geringe Menge des Öls zweimal täglich auf die Kopfhaut Ihres Kindes auf. Es unterstützt das Ablösen der Schuppen und beruhigt die gereizte Kopfhaut.

Fazit

Kopfgneis ist eine harmlose und vorrübergehende Erscheinung bei Neugeborenen. Wenn Eltern sich an dem Anblick stören, können Sie die Schuppenkruste vorsichtig entfernen. Bei Entzündungen, Juckreiz oder Ausbreiten der Schuppen ist ein Kinderarzt aufzusuchen.

Hier finden Sie weitere Infos:

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