Haut und Sonne – Vitamin D und Gefahr vor Sonnenbrand?

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen kehrt der Frühling ein. Das Aufstehen fällt leichter und sobald wir den Winterpulli gegen ein luftiges Shirt eintauschen können, fühlen wir uns frischer. Doch nicht nur das: Wenn die Haut in Kontakt mit der Sonne kommt, fängt sie an, Vitamin D zu produzieren. Allerdings kann die ultraviolette Strahlung der Sonne die Haut auch schädigen. Inwiefern beeinflusst die Sonne unser Wohlbefinden und ab wann wird das Bad in der Sonne zur Gefahr für unsere Haut?

Frau nimmt Sonnenbad um ihre Haut mit Vitaminen zu versorgen

Die Zusammensetzung des Sonnenlichts

Wer schon einmal einen Regenbogen gesehen hat, der weiß, dass Sonnenlicht nicht aus „weißem“ Licht besteht, sondern aus einem faszinierenden Farbspektrum. Unsere Augen sehen allerdings nur einen kleinen Teil dieses Spektrums.

Abseits davon kommen im Sonnenlicht vor allem zwei Strahlenarten vor, die eine medizinische Wirkung auf die Haut haben: Die ultraviolette Strahlung, kurz UV-Strahlung, (von 320-400 Nanometern) und die infrarote Strahlung (780 Nanometer bis 3 Mikrometer). Während die UV-Strahlen der Haut helfen, Vitamin D zu produzieren, versorgen uns die Infraroten Strahlen mit Wärme.

Wärme und Vitamin D: zwei positive Effekte für die Haut beim Sonnenbaden

Obwohl ultraviolettes Licht als eine der bedeutendsten Umweltgefahren für die Haut gilt, sorgen die UV-B-Strahlen der Sonne für die lebenswichtige Produktion von Vitamin D in der Haut.

Schon gewusst?
Vitamin D ist eigentlich gar kein „richtiges Vitamin“ (also ein lebenswichtiger Stoff, der mit der Nahrung aufgenommen werden muss), sondern die Vorstufe eines im Körper gebildeten Hormons.

Die UV-B-Strahlen des Sonnenlichts dringen durch die oberen Hautschichten und wandeln dort das körpereigene Hormon Cholesterol zunächst zum so genannten Prävitamin D3 um. Dieses wird in einem zweiten Schritt durch die zeitgleich entstehende Wärme zu Vitamin D. Die wärmeproduzierende infrarote Strahlung ist damit also ebenfalls an der Produktion von Vitamin D beteiligt.

Merke:
Ein circa 20-minütiges Sonnenbad genügt der Haut, um 90 Prozent des täglichen Vitamin D-Bedarfs zu bilden. Den Restbedarf können wir über den Konsum Vitamin D-haltiger Lebensmittel wie fettreiche Fische (besonders gut eignen sich Lachs oder Makrele), Pilze oder Milchprodukte decken.

Doch auch in sonnenarmen Zeiten, beispielsweise im Winter, brauchen sich die meisten Menschen keine Sorgen um ihren Vitamin D-Haushalt zu machen. Wie bei allen Vitaminen speichert der Körper auch dieses im Fett- und Muskelgewebe, um die reduzierte Produktion im Winter zu kompensieren. Da Vitamin D an der Steuerung von Zellteilung und Zellwachstum beteiligt ist, hilft es der Haut, gesund zu bleiben, indem neue Zellen produziert werden. Außerdem unterstützt Vitamin D die natürliche Abwehrbarriere der Haut gegen Fremdkörper und Krankheitserreger, indem es körpereigene Abwehrstoffe aktiviert und steuert.

Auch bei verschiedenen Hautkrankheiten wie Schuppenflechte zeigt die Behandlung mit Vitamin D eine positive Wirkung. Zur Linderung der Beschwerden helfen Vitamin-D-haltige Cremes oder eine direkte Bestrahlung mit UV-B-Licht.

Die Infrarotstrahlung ist hauptsächlich für die Wärmewirkung der Sonne verantwortlich. Zur Entspannung von Muskeln, Haut und Gelenken setzen Mediziner häufig Infrarot-Lampen ein, die ohne direkten Kontakt zur Haut Wärme abgeben. Zudem helfen uns die Infraroten Strahlen auch bei der Vitamin-D-Produktion und verhindern Hautschäden durch übermäßige UV-Strahlung.

Wann wird die Sonne zur Gefahr für meine Haut?

Der übermäßige und ungeschützte Aufenthalt im Sonnenlicht kann zu akuten und chronischen Erkrankungen sowie Überempfindlichkeiten der Haut, wie einer Sonnenallergie führen. Bereits ab 15 Minuten kann der Aufenthalt in der Sonne bei empfindlichen Personen einen Sonnenbrand auslösen.

Sonnenbrand sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden! Die in der obersten Hautschicht liegenden Hornzellen können entarten und warzenähnliche Knubbel (sogenannte Keratosen) bilden. Solche Knubbel, die zunächst als raue Stellen an Rücken oder Schultern wahrgenommen werden, stellen eine Vorstufe des weißen Hautkrebs dar.

Unsere Haut ist jedoch dazu in der Lage, die schädlichen UV-Strahlen bis zu einer gewissen Intensität abzuwehren. Zu den natürlichen Abwehrmechanismen der Haut gegen die Sonne (photobiologischen Eigenschaften) zählt beispielsweise die Urokaninsäure. Sie befindet sich in der obersten Schicht der Haut, die aus Hornzellen gebildet wird, und wirkt als natürlicher Filter. Allerdings ist der Selbstschutz der Haut vor der Sonnenstrahlung bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt:

Photobiologische Hauttypen und ihre Reaktion auf das Sonnenlicht:

TypPhänotyp (äußeres Erscheinungsbild)SonnenbrandBräunungEmpfohlener Lichtschutzfaktor (DIN)
 IHaut: hell

Haare: rötlich bis rotblond

Augen: blau, grün
 immer nie 12 – 15
 IIHaut: hell

Haare: blond bis hellbraun

Augen: blau, grau, braun
 immer wenig 8 – 12
 IIIHaut: hellbraun

Haare: dunkelblond bis braun

Augen: braun
 selten gut 6 – 8
 IVHaut: hellbraun bis mittelbraun

Haare: dunkelbraun

Augen: braun
 nie immer 4 – 6
Quelle für die Tabelle: Fritsch: Dermatologie & Venerologie, S. 86.

 
Gerade im Sommer halten wir uns mehrere Stunden in der Sonne auf, weswegen die natürlichen Abwehrmechanismen der Haut oft nicht ausreichen, um uns zu schützen. Besonders Menschen mit Hauttyp 1 sollten sich vor einem Sonnenbrand in Acht nehmen und Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Unterstützen können wir unsere Haut durch dunkle, lange Kleidung und das Auftragen von Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor.

Von der positiven Wirkung der Sonne auf die Haut können wir auch dann profitieren, wenn wir uns im Schatten aufhalten. Durch die Reflektion der Sonnenstrahlen unter einem Sonnenschirm gelangen UV-B- und Infrarot-Strahlen auf die Haut und spenden auch dort Vitamin D und Wärme.

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