Was unterscheidet Männerhaut von Frauenhaut?

Männerhaut ist fester, robuster und bleibt länger straff als die der Frau. Andererseits neigen Männer eher zu fettiger Haut und die Faltenbildung ist ausgeprägter. Nicht zuletzt unterscheidet sich die Frauen- von der Männerhaut durch die starke Behaarung, vor allem im Gesicht. Doch warum ist das so?
Mann und Frau betrachten ihre Haut im Spiegel

Hormone beeinflussen die Hautbeschaffenheit

Die Talgdrüsenproduktion der Haut wird durch die weiblichen (Östrogene) und die männlichen (Androgene) Geschlechtshormone geregelt. Die oberste Hautschicht bleibt durch den fetthaltigen Talg geschmeidig und schützt vor Keimen. Während Androgene die Talgproduktion anregen, wird diese von Östrogenen eher gehemmt. Aus diesem Grund neigt die Männerhaut eher zu einer großporigen und fettigen Beschaffenheit. Durch die höhere Talg- und Schweißproduktion ist der pH-Wert der Haut bei Männern niedriger. Der Hormonhaushalt ist auch dafür verantwortlich, dass die Haut der Frau schneller altert als Männerhaut.

Was macht Männerhaut robuster?

Die Männerhaut ist um 0,2 Millimeter dicker als Frauenhaut, denn sie enthält einen höheren Anteil an Kollagen, ein hautstraffendes Eiweiß, das wie eine Art Stützkorsett für die Zellen funktioniert. Die weibliche Haut fühlt sich dafür zarter an. Außerdem verlaufen die Bindegewebsfasern, welche die Zellen stützen, bei Frauen parallel, während sie bei Männern vernetzt sind. Sie erfüllen bei ihnen dadurch eine wesentlich bessere Stützfunktion und verleihen der Männerhaut zusätzlich Stabilität und Spannkraft.

Der Säureschutzmantel der Männerhaut ist ebenfalls robuster, da er stabiler und intensiver durchblutet wird. Auf Umweltbelastungen wie Sonneneinstrahlungen oder trockene Luft reagiert die Männerhaut weniger empfindlich, denn ihre Oberhaut enthält mehr Melanin. Dies verleiht Männern einen dunkleren Teint, was ihre Haut noch weniger empfindlich gegenüber UV-Strahlen macht.

Aufgrund dieser Beschaffenheit wird die Haut von Frauen nach den Wechseljahren dünner und erschlafft schneller als bei Männern. Cellulite ist deshalb für Männer kein Problem. Jedoch ist die Faltenbildung im Alter deutlich ausgeprägter als bei Frauen.

Wo liegen die Schwachstellen der Männerhaut?

Die robustere Männerhaut hat nicht nur Vorteile – so besitzt sie mehr und auch größere Talgdrüsen, die ungefähr 30 Prozent mehr Hautfett bilden als weibliche Haut. Dafür ist das männliche Hormon Testosteron verantwortlich. Aus diesem Grund ist Männerhaut meist fettiger und großporiger, was dazu führt, dass Männerhaut eher zu Akne neigt.

Warum entwickelt Männerhaut tiefere Falten?

Bis zu ihrem dreißigsten Lebensjahr ist die Männerhaut straffer als die der Frauen. Männer sind bis zu diesem Alter nahezu faltenfrei, während sich bei Frauen schon mit Anfang 20 die ersten Anzeichen um die Augen zeigen. Doch ab 35 altert die Männerhaut schneller, da die Produktion neuer Hautzellen langsamer verläuft und auch die Elastizität des Bindegewebes nachlässt. Die Fähigkeit, Feuchtigkeit zu binden, schwindet rapide.

Richtige Hautpflege für Männerhaut

Während früher für Männer Wasser und Seife für die Körperpflege ausreichend waren, greifen heutzutage viele zu Pflegeprodukten. Um die zur Fettigkeit neigende Haut nicht zusätzlich zu belasten und die Poren zu verstopfen, sollten Männer bei der Hautpflege vorwiegend feuchtigkeitsspendende Pflege verwenden. Nur bei kalten Temperaturen wird eine leicht fetthaltige Creme empfohlen. Da die Männerhaut im Alter an Elastizität verliert und UV-Strahlen zusätzlich schaden, sollte eine Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor aufgetragen werden.

Welche Rolle spielt die Körperbehaarung beim Mann?

Typisch für Männer ist die starke Körperbehaarung, insbesondere im Gesicht. Allein in der Bartzone befinden sich 5.000 bis 30.000 Haare. Durch das männliche Hormon Androgen beeinflusst, werden Körper- und Barthaare bei Männern auch deutlich dicker als weibliche Haare. Täglich wächst ein Barthaar maximal 0,4 mm. Das Hormon Testosteron ist nicht nur für die starke Talgproduktion, sondern auch für die starke Behaarung beim Mann verantwortlich.

Problemzone Bart

Mit der täglichen Rasur setzen Männer ihre Haut einer starken Belastung aus, die vor allem den Säureschutzmantel angreift. Zudem führt die Rasur zu kleinen Verletzungen der Haut und lässt sie stark austrocknen. Nicht selten kommt es zu Rötungen oder Irritationen der Männerhaut, dem sogenannten Rasurbrand. Die betroffenen Stellen brennen und jucken und es entstehen kleine rötliche Pickel, die erst nach Tagen abheilen.

Ist die Männerhaut stark verhornt, wachsen die Haare unter die Haut und bilden kleine Papeln, es kommt zu einer lokalen Schwellung der Haut. Wenn diese bei der Rasur aufgeschnitten werden, können Keime in den Haarbalg eindringen und eine Entzündung auslösen. Besonders Männer mit kräftigen, gekräuselten Haaren leiden häufig unter dieser Art von Entzündung.

Tipps für die perfekte Bartrasur

  • Bevor Sie mit der Rasur beginnen, befeuchten Sie das Gesicht mit warmem Wasser, damit der Rasierschaum seine Wirkung entfalten und die Haut sowie das Barthaar aufweichen kann.
  • Massieren Sie den Rasierschaum sanft ein, um die Durchblutung der Lederhaut (Dermis) anzuregen.
  • Die Rasierklinge sollte niemals stumpf sein und immer in Haarwuchsrichtung geführt werden, um Hautirritationen zu vermeiden.
  • Nach der Rasur sollte die Haut mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt werden.

Bei feuchtigkeitsarmer oder zu Akne neigender Haut wird eine Trockenrasur empfohlen. Die Haut kommt dadurch nicht direkt mit der Klinge in Berührung, die Verletzungsgefahr sinkt.

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