Dornwarzen: Unangenehm, aber harmlos

Dornwarzen, auch Stechwarzen genannt, gehören zu den Fußsohlenwarzen (Verrucae plantares) beziehungsweise Plantarwarzen. Das sind meist harmlose Viruserkrankungen, die hauptsächlich an den Füßen auftreten. Dieser spezielle Vertreter der Warzen  hat jedoch die Eigenschaft, bevorzugt an den Stellen der Fußsohle zu wachsen, die dem höchsten Druck ausgesetzt sind. In diesem Fall kann die Infektion starke Schmerzen verursachen, vor allem, wenn die Dornwarzen bis zur Knochenhaut reichen.

n Schwimmbädern lauert die Ansteckung mit Dornwarzen

Dornwarzen von Mosaikwarzen unterscheiden

In der Regel treten an der Fußsohle zwei verschiedene Arten von Warzen auf: Die Dornwarzen und die Mosaikwarzen, die ihren Namen dem Muster verdanken, das sie in ihren Ansammlungen häufig bilden.

Im Gegensatz zur Dornwarze tritt die Mosaikwarze in größeren Mengen von circa 20 Exemplaren auf. Dieser Warzentyp befindet sich an der Hautoberfläche und verursacht meist keine Beschwerden. Die kleinen kugelförmigen Wucherungen besitzen eine gräulich-weiße Färbung.

Von den Dornwarzen ist im Gegensatz dazu nur ein kleiner Teil an der Oberfläche sichtbar. Der größte Teil reicht tief in das Gewebe hinein. So zeigt sich bei der Dornwarze lediglich ein kleiner, flacher, meist punktartiger Auswuchs an der Hautoberfläche, der in vielen Fällen von einer Hornhautschwiele bedeckt ist. Diese Plantarwarzen wachsen durch den großen Druck an der Ferse, an den Zehen und dem Fußballen nach innen.

Ursachen einer Dornwarzen-Infektion

Dornwarzen werden von humanen Papillomaviren (HPV) hervorgerufen. Von dieser Virusart existieren über 100 verschiedene Typen; die meisten sind vergleichsweise harmlos.
Die Infektion mit den Viren geschieht entweder als Kontakt- oder als Schmierinfektion, das heißt entweder durch direkte Übertragung von Mensch zu Mensch oder durch den Kontakt mit infizierten Oberflächen.

Warme, feuchte Orte bieten den Erregern ideale Bedingungen, sodass Schwimmbäder oder Saunen zu den Risikoorten gezählt werden müssen. Eine gründliche Desinfektion der Füße ist deshalb nach dem Besuch eines öffentlichen Schwimmbads dringend angeraten. Das hohe Ansteckungsrisiko macht es erforderlich, die Warzen unbedingt von einem Arzt behandeln zu lassen.

Durch Sichtdiagnose Dornwarzen erkennen

Die Diagnose Dornwarze stellt der behandelnde Arzt in der Regel durch eine Blickdiagnose, also durch bloße Sichtung der Hautwucherung. Da die Plantarwarzen flach und häufig von Hornhautschwielen bedeckt sind, erkennen medizinische Laien die Hautveränderungen meist nicht. Ist das Ergebnis der Untersuchung nicht eindeutig oder ergeben die Umstände, dass eine gründliche Differentialdiagnose vonnöten ist, kann eine Gewebeprobe (Biopsie) eindeutigen Aufschluss geben.

Die Dornwarze therapieren

Während die Mosaikwarzen in der Regel nicht behandelt werden müssen, sollten die Dornwarzen aufgrund der Ansteckungsgefahr und Schmerzen, die sie verursachen können, beseitigt werden. Wie bei den anderen Warzenarten hat der behandelnde Arzt die Wahl zwischen unterschiedlichen Methoden.

Bei nicht-chirurgischen Verfahren dominiert der Einsatz ätzender Tinkturen, mit denen die oberste Schicht der Hautwucherung aufgeweicht und anschließend abgetragen werden kann. Diese Behandlung wird so lange wiederholt, bis die Dornwarze vollständig entfernt ist. Zu den bevorzugten Substanzen gehören

  • verschiedene Derivate der Essigsäure (Monochloressigsäure, Trichloressigsäure),
  • die Salicylsäure
  • sowie der Höllenstein-Ätzstift (Silbernitrat).

Diese Mittel sind in der Apotheke erhältlich und der Patient kann die Behandlung selbst durchführen. Sinnvoller ist es jedoch, die Behandlung unter Aufsicht eines Arztes durchzuführen. Dies gilt besonders für Diabetes-Patienten. Diabetiker, vor allem diejenigen, die an einem diabetischen Fuß leiden, sollten aufgrund ihres geschwächten Immunsystems und der geschädigten Nerven einen erfahrenen Arzt mit der Warzenentfernung betrauen.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten bestehen in der Verwendung von elektrischem Strom (Elektrokoagulation), Hitze (Kauterisation) oder Kälte (Kryotherapie). Das Wirkprinzip ist bei allen drei Verfahren dasselbe: Die oberste Hautschicht der Warze wird zerstört und kann entfernt werden.

Bei der besonders gängigen Therapie mittels Kälte wird ein Applikator eingesetzt, der mit flüssigem Stickstoff heruntergekühlt und auf die Dornwarze gedrückt wird. Dabei kann eine Blase entstehen, die nach einiger Zeit abfällt.

Diese Verfahren haben den Nachteil, dass bei der Behandlung oft Risse und kleine Einblutungen entstehen, in denen sich erneut die Viren einnisten können und in der Folge neue Warzen entstehen.

Bei Warzen wie den Dornwarzen, die tief in das Gewebe ragen, ist oft ein chirurgisches Vorgehen nötig. Das Warzengewebe schabt der Operateur mit einem scharfen Löffel aus, was häufig Wundschmerzen und Narbenbildung nach sich ziehen kann.

Fazit:
Oft empfiehlt es sich, verschiedene Behandlungsmethoden miteinander zu kombinieren. Dadurch kann die Gefahr reduziert werden, dass Viren im Gewebe zurückbleiben und erneut eine Warze entsteht. Ihr Dermatologe (Hautarzt) kann Sie bei der Wahl der Behandlung beraten.

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