Gürtelrose – Auslöser, Symptome, Behandlung

Vor allem im Kleinkindalter erkranken viele Menschen an Windpocken, einer hochansteckenden Virusinfektion: Jahrzehnte später kann dies eine Gürtelrose hervorrufen. Gürtelrose, auch Herpes zoster genannt, wird durch das zur Herpesfamilie zählende Varizella-Zoster-Virus ausgelöst. Das in der Kindheit durch eine Windpockeninfektion in den Körper geschleuste Virus nistet sich in den Nervenwurzeln des Rückenmarks ein. Dort verharrt es über viele Jahre und kann viele Jahre später als Herpes zoster wieder in Erscheinung treten.

Gürtelrose ist eine Infektion mit Varizella-Zoster-Viren.

Welche Faktoren lösen Gürtelrose aus?

Welche Faktoren letztlich den Ausbruch von Herpes zoster herbeiführen, ist unbekannt. Gürtelrose tritt jedoch verstärkt bei älteren Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem auf. Auch anhaltender Stress kann eine Ursache sein.

Bis zu ihrem 40. Lebensjahr haben sich rund 98 Prozent der Bevölkerung mit dem Varizella-Zoster-Virus infiziert, welches aber nach Abklingen der Windpocken keine Symptome mehr zeigt. Es besteht daher für fast jeden Menschen das Risiko, dass im Alter eine Gürtelrose ausbrechen kann. In Deutschland erkranken circa 20 bis 30 Prozent der über 50-Jährigen an Herpes zoster.

Symptome für Herpes zoster

Die ersten Anzeichen für Herpes zoster sind ein Brennen auf der Haut und Berührungsschmerzen. Das Virus wandert entlang der Nervenbahnen und zeigt sich schließlich als rötlicher Ausschlag auf der Haut im Bereich des betroffenen Nervenstrangs. Die Rötungen verlaufen von der Wirbelsäule ausgehend wie ein Gürtel um den Rumpf. Dieses Erscheinungsbild hat im deutschen Volksmund deshalb den Begriff Gürtelrose geprägt.

Schubweise treten kleine, erhabene Stellen mit Rötungen der Haut auf, die sich in den folgenden 12 bis 24 Stunden zu Bläschen entwickeln. Sie sind mit hochinfektiöser Flüssigkeit gefüllt. Weitere Symptome sind Müdigkeit, Kopfschmerzen und Fieber. Nach drei bis fünf Tagen platzen die Bläschen und verkrusten, sodass die Haut verheilt. Bei normalem Verlauf und rechtzeitiger Therapie klingen die Symptome der Gürtelrose nach zwei bis drei Wochen wieder ab.
Hat die betroffene Person eine geschwächte Immunabwehr und wird eine frühzeitige
Behandlung versäumt, kann dies zu einer sogenannten Post-Zoster-Neuralgie führen. Noch Monate oder sogar Jahre später können Schmerzen an den von der Gürtelrose betroffenen Stellen auftreten. Über lange Zeiträume zeigen sich Hautveränderungen und mehrmalige Bläschenbildung. Sind die Schmerzen bereits chronisch geworden, lassen sie sich oft nur noch schwer behandeln. Im schlimmsten Fall kann Herpes zoster sogar lebenslang fortbestehen.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, ist es besonders wichtig, dass bereits bei ersten Anzeichen dieser Krankheit ein Arzt aufgesucht wird, um einer Post-Zoster-Neuralgie als Folge einer Gürtelrose vorzubeugen.

Gesichtsrose

Anders als bei der Gürtelrose, die als Hautausschlag am Rumpf auftritt, befällt das Varizella-Zoster-Virus hier zuerst die Nervenbahnen, dann die Gefäße und Talgdrüsen des Gesichts. Daher der Name Gesichtsrose. Hierbei können Pusteln und entzündliche Schwellungen an verschiedenen Stellen des Gesichts auftreten.

In extremen Fällen sind auch Kopfhaut, Hals sowie der obere Brust- und Rückenbereich betroffen. Bei einem schweren Verlauf kann die Gesichtsrose über Wochen anhalten und sich zu dauerhaften Verhärtungen oder Knotenbildung entwickeln. Im schlimmsten Fall führt die Entzündung zu Lähmungserscheinungen der Gesichtsmuskulatur und bei entzündlicher Schwellung der Augenlider bis zur Beeinträchtigung der Sehkraft.

Gesichtsrose tritt bei Frauen deutlich häufiger auf als bei Männern. Bei männlichen Patienten ist der Verlauf jedoch oft schwerwiegender.

Ansteckungsgefahr

Herpes zoster ist ansteckend. Das Virus kann unter anderem im Zuge von Tröpfchen- oder Schmierinfektionen übertragen werden – insbesondere die Bläschen der Haut sind mit infektiöser Flüssigkeit gefüllt. Es ist daher möglich, dass das Varizella-Zoster-Virus auf Menschen, die noch nie Windpocken durchlebt haben, übertragen wird und die Krankheit auslöst. Zudem kann die Erkrankung auch durch eine Reaktivierung einer zurückliegenden Windpockeninfektion erfolgen.

Behandlung bei Gürtelrose

Um eine Schädigung der Nerven zu verhindern, sollte schon bei den ersten Anzeichen der Gürtelrose ein Arzt aufgesucht werden. Dies gilt ganz besonders bei über 50-Jährigen. Informieren Sie Ihren Arzt darüber, ob Sie als Kind an Windpocken erkrankt waren oder gerade stark unter Stress leiden.

Bei der akuten Behandlung kommt es zum einen darauf an, mit antiviralen Medikamenten die Virusinfektion einzudämmen und zum anderen die Schmerzsymptome der Gürtelrose mit entsprechenden Mitteln zu bekämpfen.

Vorbeugen

Um einen Ausbruch der Gürtelrose zu verhindern, sollte man ganz besonders im Alter darauf achten, die Abwehrkräfte zu stärken. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung sind das Grundgerüst, um gesund zu altern. Ist das Immunsystem gestärkt, hat das Varizella-Zoster-Virus keine Chance, eine Gürtelrose mitsamt ihren unangenehmen Folgen auszulösen.